Tioman Island – verliebt in Juara

Ruti Backpacker, Malaysia, Reiseplanung, Storys, Südostasien, Videos 1 Comment

Pulau Tioman war die erste malaysische Insel, die ich besucht habe. Nach einer ersten Ernüchterung wurde ich (von Traumstrand mit Dschungel-Ambiente) überzeugt und blieb länger als eine Woche.

Pulau heißt “Insel” auf malaysisch. Tioman ist etwa 40 Kilometer lang und 12 Kilometer breit und liegt im südchineschen Meer, 50 Kilometer entfernt von der südlichen Ostküste Malaysias.

Anreise

Auf Tioman gibt es zwar einen kleinen Flughafen, aber Linienflüge wurden eingestellt. Wenn Du Lust hast mehr als 600€ für eine Stunde in der Luft zu zahlen, kannst du Dir eine Propellermaschine chartern.

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Ansonsten ist die Fähre das Verkehrsmittel, mit dem Du nach Tioman kommst. Mersing und Tanjung Gemok heißen die Städte, von wo sie los fährt. Da die Abfahrtszeiten variieren, ist es ratsam vorher den Fahrplan zu checken (von Tanjung Gemok, von Mersing).

Das Ticket kostete mich 35 Ringgit (7€) für eine Strecke. Du kannst, musst aber nicht, gleich auch ein Rückfahr-Ticket kaufen. Wenn Du noch nicht weißt, wann Du zurück willst, lässt Du das Datum einfach offen und trägst es dann selbst ein. Ich fuhr sogar von einem anderen Anleger ab, als auf meinem Ticket stand, strich das aber einfach durch und schrieb den hin, den ich wollte. So geht umbuchen auf Tioman.

Ankommen wirst Du in den allermeisten Fällen auf der Westseite der Insel. Tekek ist dort der größte Ort. Ein 45-minütiger Fußmarsch entfernt liegt Air Batang Village, das jeder nur ABC nennt. Dort bin ich zunächst hingefahren.

ABC und Tekek

Es war Nebensaison und alles war cool und relaxt und es gibt jede Menge türkisfarbenes Meer, aber der Strand war weniger schön. Nach meinen Recherchen im Internet hatte ich etwas Paradiesisches erwartet. Das war es nicht.

Ich schaute mir noch Tekek an und entschied, dass ich vielleicht zwei, drei Nächte bleibe und die Insel dann wieder verlasse.

Auf nach Juara

Ich teilte mir eine Hütte mit Viola (jeder zahlte 5€), die ich am Anleger in Mersing kennengelernt hatte, und zusammen unternahmen wir am nächsten Tag einen Ausflug nach Juara. Das liegt auf der Ostseite der Insel und, wie ich gelesen hatte, sollte das der schönste Strand sein.

Es gibt nur ganz ganz wenige Straßen auf Tioman. Nach Juara genau genommen eine einzige, über einen Berg durch den Dschungel. Die Strecke kann man auch laufen (3-4 Stunden), wir aber entschieden uns für ein Taxi – natürlich ausschließlich aus Zeitgründen. Das kostete (2017!) normalerweise 25 Ringgit pro Person. Wir wussten das aber nicht und zahlten 35. Ein anderer, den ich in Juara kennenlernte, musste sogar 60 zahlen, weil ihn sonst keiner fahren wollte. Also, 25 ist der normale Preis. Nur, dass Du bescheid weißt.

Der Dschungel von Tioman (Foto: Ruti)

Der Dschungel von Tioman

Auf dem Weg haben wir noch kurz bei einem Wasserfall gestoppt und der Taxifahrer hat den ganzen Tag auf uns gewartet, um uns am Abend wieder zurückzufahren – für weitere 35 Ringgit versteht sich.

Juara bezauberte mich

Aber dazu kam es nicht. Juara ist ein echter Traumstrand. Und das Meer bietet sowohl ein Top-Schnorchelriff mit Schildkröten, Haien, Rochen usw., als auch reinsten Sandboden zum Planschen.

Ich entscheid, auf jeden Fall eine Nacht zu bleiben. Viola musste aber zurück, weil ihre Fähre zurück aufs Festland am nächsten Morgen fuhr. Schon an diesem einen Tag verliebte ich mich in Juara und beschloss, länger zu bleiben. Am nächsten Tag lieh ich mir einen Roller, um meinen Rucksack von ABC zu holen.

Es gibt kein Bier auf Tioman – also fast

Viel los war in Juara allerdings nicht. Es gab ein paar Restaurants, in denen aber kein Alkohol verkauft wurde. Malaysia ist ein muslimisches Land und auf Tioman bekommen Moslems keine Lizenz für den Verkauf von Alkohol. Es gab aber ein chinesisches Restaurant, das Chang-Bier anbot. Und in einer Reggae-Bar gab es Tiger-Bier. Kostete 6 Ringgit (1,20) pro Dose.

Es geht aber schlauer: Tioman ist einer von 3 zollfreien Orten in Malaysia und in Tekek gabs ein paar Duty-Free-Läden. Die hatten 2-Liter-Flaschen mit Gin, Rum, Whiskey etc. für 10€ und Anchor-Bier kostete 2,50 Ringgit (5€) pro Dose. Je nachdem, wie viel man trinkt, lohnt es sich einen Roller für 50 Ringgit (10€) auszuleihen und schnell mal rüber zubrausen die halbe Stunde.

Betrinken, Baden, Bräunen und Baby-Turtles

Direkt am Strand in Tioman kann man ganz nett schnorcheln. (Foto: Ruti)

Direkt am Juara-Strand in Tioman kann man ganz nett schnorcheln.

Außer Trinken, Baden, Bräunen und Schnorcheln kannst Du noch einen kleinen Dschungel-Marsch (dauert etwa 1 Stunde) zu einem Wasserfall machen, wo Du in erfrischendem Quellwasser baden kannst.

Und es gibt eine Wasserschildkröten-Aufzuchtstation. Ich hatte das Glück, zu sehen, wie 200 frisch geschlüpfte Babys am Strand freigelassen wurden und gen Ozean spurteten ins Abenteuer Leben.

Surfen im Monsun

Ein paar Ausflüge kannst Du auch noch machen (Schnorcheln, Tauchen, Fischen) und in der Monsunzeit soll man surfen können. Für mich war es jedoch schwer vorstellbar, dass aus der Badenwannenydille Wellen erwachsen, die sogar für Surf-Wettbewerbe taugen sollen.

Unterkunft

Zur Unterkunft: Du kannst in den schäbigsten Hütten für 8€ wohnen. Die sind zwar nicht luxuriös, aber für den Strand gut genug.

Der Mega-Tipp ist allerdings das Bushmans. Das sind Top-Bungalows mit Klimaanlage und Kühlschrank (für das Bier!) für 80 Ringgit (14€) pro Nacht. Und die Hütten haben Beach Front, also Blick aufs Meer.

Ich hatte in meiner Hütte 2 große Doppelbetten und hätte sie mir theoretisch mit 3 anderen teilen können. Bushman hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis am ganzen Strand.

Wegen Borneo verließ ich Juara

Ich fand Juara spitzenklasse und kann gar nicht verstehen, wie manche Leute auf der anderen Seite bleiben können. Ich muss aber dazu sagen, dass es noch einige weitere Strände auf Tioman gibt, die ich nicht gesehen habe.

Es lohnt sich auf jeden Fall, auf dem Eiland ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen. Ich war 8 Tage dort und hätte nicht schon Borneo auf dem Plan gestanden, wäre ich noch länger geblieben.

Wie man sieht, hatte ich Spaß auf Tioman. (Foto: Ruti)

Wie man sieht, hatte ich Spaß auf Tioman.

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