So mache ich mein Motorrad reisefertig

In Alle, Allerneueste, Reiseplanung, Ruti Rider, Videos by RutiSchreibe einen Kommentar

Ich liebe das Reisen und ich breche wieder auf. Dieses Mal aber nicht alleine, meine Gefährtin wird ein Motorrad sein. Zunächst aber muss ich sie reisefertig machen.

Meine Anbauten zeige ich im Detail im Video. Du findest es im Titelbild oder wenn Du hier klickst.

Meine Gefährtin ist eine Yamaha Ténéré 700. Sie ist gemacht für die große Reise. Warum ich gerade dieses Bike ausgesucht habe, habe ich hier erklärt. Allerdings ist sie ebenso unerfahren wie ich. Denn sie ist nagelneu. Ich habe sie Luzy getauft.

Da nicht nur meine T7 nagelneu ist, sondern das Modell erst im zweiten Halbjahr 2019 erschienen ist, gibt es noch nicht so viele Vorreiter auf dieser Maschine, denen ich es einfach nachmachen kann. Auch das Zubehör ist noch rar bzw. kommt gerade erst auf den Markt. Dennoch habe ich versucht, mich einzulesen, beraten zu lassen und Videos zu schauen. Aber irgendwann musste ich loslegen, schließlich will ich im Januar aufbrechen.

Meine Fähigkeiten als Mechaniker sind gering, um nicht zu sagen: „nicht vorhanden“. Deswegen habe ich einige Dinge vom Yamaha-Mechaniker anbauen lassen. Dieser sagte mir, dass es Zeit und somit auch Geld spare, wenn ich alles auf einmal machen ließe. Denn dann müsse das Motorrad nicht mehrere Male auseinander genommen werden. Diesen Rat habe ich befolgt und ein Reihe von Teilen anbauen lassen:

Hauptständer

Ziemlich schnell kristallisierte sich heraus, dass ich einen Hauptständer benötige, um die T7 aufzubocken. So hat sie zum einen einen sichereren Stand, als mit dem Seitenständer und zum anderen kann ich Reparaturen an den Reifen durchführen bzw. durchführen lassen.

Sturzbügel

Meine Luzy ist nagelneu und wunderschön. Ich weiß, dass sie umfallen und Kratzer bekommen wird. Um den Schaden möglichst gering zu halten, habe ich mich für Sturzbügel entschieden. Die von Yamaha sind zwar schwer, aber sie wirken auch wirklich robust.

Motorschutz

Ich weiß noch nicht, wie viel ich  offroad fahren werde. Aber mit zunehmender Erfahrung und Entfernung von der Heimat wird das bestimmt zunehmen. Außerdem habe ich extra ein Enduro-Training gemacht und gemerkt, dass offroad richtig Spaß macht. Ich habe zwar viel Respekt davor, das mit meiner großen Reiseenduro zu machen, aber man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben.

Jedenfalls werden wohl Steinschläge und Aufsetzer im vorderen unteren Bereich des Motorrads nicht ausbleiben. Deshalb habe ich den Werks-Motorschutz durch einen größeren und massiveren ersetzen lassen.

Kühlerschutz

Genau über dem neuen, tollen Motorschutz befindet sich der Kühler. Der war durch Plastik geschützt. Also habe ich auch diesen mit einer Metallvariante getauscht.

Handprotektoren

Wichtig ist auch, die Griffe und da vor allem die Hebel zu schützen. Wenn die abbrechen, kann ich weder kuppeln, noch die Vorderbremse benutzen. Das will ich also möglichst vermeiden.

Die Ténéré 700 hatte zwar schon große Handgriffschützer, die den Wind super abhalten und bestimmt auch den ein oder anderen Sturz überleben, aber auch die waren aus Plastik. Bei meinen Recherchen wurden immer wieder welche mit Metallverstärkungen empfohlen. Da ich bei meinem Enduro-Training welche von Barkbusters hatte und ich nur Gutes darüber las, hat nun auch meine Luzy ein solches Paar Handprotektoren.

Heizgriffe

Da ich im Januar losfahre und ich mich jetzt schon vor der Kälte fürchte, habe ich der T7 Heizgriffe beschert. Damit bleiben wenigstens die Finger warm.

Gepäcksystem

Für eine größere Reise brauche ich Gepäck und das muss ich irgendwie auf dem Motorrad verstauen. Also stellte sich mir die Frage, ob es Koffer oder Satteltaschen sein sollen. Schnell fand ich heraus, dass da ein regelrechter Glaubenskrieg herrscht.

Koffer sind robuster, geräumiger und abschließbar. Dafür können sie bei einem Sturz sowohl den Fahrer verletzen, als auch das Motorrad beschädigen oder sich verziehen, so dass sie nicht mehr schließen.

Taschen hingegen sind leichter und gehen bei einem Sturz nicht kaputt. Dafür aber vielleicht der Inhalt. Wenn mein Bein darunter kommt, ist die Verletzung wahrscheinlich geringer als bei einem Koffer.

Mein Yamaha-Mechaniker meinte, er würde Koffer nehmen. Die meisten Blogs von Weltreisenden, die ich gelesen habe, setzen aber auf Taschen. Ich recherchierte viel und stieß schließlich auf die Motobags von Lone Rider. Sie sind ein Kompromiss zwischen Koffer und Taschen und verbinden viele Vorteile; Sie sind flexibel und leicht, aber durch eine Verstärkung trotzdem geräumig wie ein Koffer. Außerdem sind sie abschließbar und wasserdicht. Dazu verfügen sie über Innentaschen, die man abends am Hotel einfach heraus und mit aufs Zimmer nehmen kann. Die Motobags sind zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber ich entschied mich trotzdem für sie.

Kofferträger

Das Problem war, dass ich noch einen Kofferträger brauchte, der an die Maschine geschraubt wird, an den dann wiederum die Motobags geschraubt werden. Der Support von Lone Rider empfahl mir welche von Inpreda. Aber bei der Lieferung gab es offenbar Probleme mit den Dokumenten. Die Firma schrieb mir eine Mail und fragte mich, wie sie vorgehen sollte. Noch bevor ich eine Antwort verschickt hatte, bekam ich noch eine Mail mit der Stornierung meiner Bestellung und der Rückzahlung.

Ich musste also erneut den Support von Lone Rider kontaktieren. Wie oben schon erwähnt, war die Ténéré 700 so neu, dass sie keine Erfahrung damit hatten. Aber nach einigem Hin und Her meinte der Support, die Kofferträger von Yamaha „müssten passen“.

Ich war nervös, weil „müssten passen“ nicht wirklich überzeugend klang. Den Kofferträger einfach zu bestellen, barg ein Risiko, weil mein Yamaha-Mechaniker sagte, dass ich den Träger nicht wieder zurückschicken könne, wenn ich ihn einmal geliefert bekommen hätte. Also zeigte ich ihm die Taschen, die mittlerweile angekommen waren, um seine Meinung zu hören. Auch er meinte, dass „könnte“ gehen. Ich riskierte es, bestellte den Kofferträger und ließ ihn montieren. Die Taschen wollte er aber nicht montieren, weil er sagte, dass er da, genau wie ich, schauen müsse, wie das gehe und ich dann viel Geld für die Zeit zahlen würde. Also versuchte ich mich selbst daran. Es dauerte zwar ein paar Stunden, aber schlussendlich schaffte ich es und bin ziemlich stolz darauf.

Tankrucksack

Der Tankrucksack ist etwas, das mir bis heute Kopfzerbrechen bereitet. Angeblich ist der Tank die vibrationsärmste Stelle am Motorrad. Deshalb bietet es sich an, dort empfindliche Elektronik zu transportieren. Ich möchte auf jeden Fall meinen Laptop mitnehmen. Außerdem hätte ich mit dem Tankrucksack eine Tasche direkt vor mir immer im Blick, in die ich wichtiges Zeug packen kann – vor allem auch welches, das ich während der Fahrt an meiner Bordsteckdose laden will.

Bei den Tankrucksäcken gibt es verschiedene Befestigungssysteme: Magnet, Tankring und Riemen.

Magnet fällt bei mir aus, weil der Tank der Ténéré nicht magnetisch ist. Tankring ist die schickste Lösung, aber auch recht kostspielig. Da ich bereits so viel Geld für Führerschein, Motorrad, Klamotten, Zubehör und Anbauten ausgegeben hatte, reicht es mir langsam und ich suche nun billigere Varianten. Also habe ich mir einen Riemen-Tankrucksack für 60 Euro gekauft. Der ist zwar recht groß und beim Stehen stoße ich mit dem Bauch bzw. den Beinen dagegen, aber ich versuche es mal damit. Ganz überzeugt bin ich noch nicht, denn ich habe das Schild noch nicht abgemacht, so dass ich ihn noch zurückschicken kann.

Nachtrag

Als ich meinen Laptop in den Tankrucksack packen wollte, musste ich feststellen, dass er da gar nicht richtig reinpasst – und dass obwohl ich ihn gemeinsam mit dem Mitarbeiter bei Louis gemessen hatte. Deshalb habe ich ihn zurückgegeben. Da die Reise in wenigen Tagen losgeht, starte ich also doch ohne Tankrucksack.

Sturzbügeltaschen

Sturzbügeltaschen finde ich auch sehr cool, aber ich packe erstmal meinen ganzen Kram ein und schaue, ob ich nicht ohne auskomme.

Kettenöler

Ich war die ersten 1000 Kilometer gefahren, ohne es zu wissen: Ein Motorradbesitzer sollte seine Kette von Zeit zu Zeit ölen – vor allem nach Fahrten in starkem Regen.

In den erwähnten Weltreise-Blogs wird immer wieder ein Kettenöler erwähnt, der das automatisch macht. Mein Yamaha-Mechaniker war absolut kein Fan davon und wollte den auch nur ungern anbauen. Und da ich bereits in den Hauptständer investiert hatte, kann ich mein Hinterrad nun easy drehen, um die Kette selber zu ölen. Deshalb habe ich schlussendlich auf den Öler verzichtet.

Tankpad

Ein Tankpad ist ein Aufkleber, der den Tank vor Kratzern durch die Jacke schützt. Ich habe mir den von Yamaha gegönnt. Er sieht cool aus, allerdings wird er nun von meinem Tankrucksack verdeckt. Hätte ich mir wahrscheinlich sparen können.

Das Zubehör von Yamaha kannst du Dir hier ansehen.

Meine Luzy ist also soweit reisefertig. Nun muss ich nur noch zusehen, dass ich mein Gepäck auf ihr unterbringe.

Mehr übers Motorrad-Reisen

Diesen Beitrag teilen

Schreibe einen Kommentar