Als Anfänger auf Motorrad-Reise – Strand und Skipisten

In Alle, Andorra, Europa, Frankreich, Ruti Rider, West-Europa by RutiSchreibe einen Kommentar

Vor der 7. Etappe meiner Motorrad-Reise musste ich eine Entscheidung fällen: Bleibe ich am Meer und folge der Küste bis nach Barcelona oder mache ich einen Abstecher in die Pyrenäen bis nach Andorra? Die Berge und der Länderpunkt waren zu Reizvoll, so dass ich mich noch einmal in die Kälte wagte.

Das Video zur Etappe findest Du im Titelbild oder wenn Du hier klickst.

Strand

Bevor ich in Argelès-sur-Mer losfuhr, ging ich mit meiner Luzy noch einmal an den Strand. Sie hatte noch nie Sand gesehen, was für ein Motorrad, das den Namen einer Sandwüste trägt, schon etwas seltsam ist.

Nebel

Wir schossen ein paar Fotos, sattelten auf und fuhren los. Am Strand war strahlender Sonnenschein gewesen, aber kaum hatten wir den Ort verlassen, fuhren wir in dichtem Nebel.

Schnee

Nach einer halben Stunde waren wir durch und wir konnten in der Ferne die schneebedeckten Berge sehen. Sofort schmiss ich die Kamera an, um das festzuhalten. Da wusste ich noch nicht, dass ich einige Kletterstunden später direkt zwischen den Skipisten hindurch brausen würde.

Die Fahrt war ein einziger Augenschmaus: Schroffe Felswände, kleine uralte Dörfer, die strahlende Sonne und wir, die wir uns auf der kurvigen Straße in immer höhere Spähren dahin schlängelten.

Als der erste Schnee direkt am Straßenrand lag, hielt ich erneut an, um der Luzy diesenl zu zeigen. Strand und Schnee am selben Tag war für mich schon aufregend, aber mein Motorrad hatte beides vorher noch nie gesehen. Sie wird noch lernen, dass beides an einem Tag etwas Besonderes ist.

Andorra und die Beamten

Wenig später erreichten wir die Landesgrenze zu Andorra. Ich hatte gelesen, dass Andorra nicht Mitglied der EU ist und ich deswegen meinen Ausweis zeigen müsse. Aber außer einem kurzen Kopfnicken zum Gruß hatten die Beamten nichts für mich übrig.

Nun war ich also in Andorra. Am Schild mit der Aufschrift „Andorra“ fuhr ich auf den Bürgersteig, um erneut mit meinem Motorrad für Fotos zu posen.

Als ich wieder aufstieg und hochblickte, stand ein Polizeibus vor mir. Der Beamte darin machte Fingerzeichen, die eindeutig bedeuteten, dass ich in die andere Richtung fahren müsse. Die Straße hatte getrennte Fahrspuren.

Er wusste nicht, dass ich nur wegen des Fotos falsch herum auf dem Bürgersteig stand. Ich nickte einige Male und er wiederholte seine Fingerübungen einige Male. Dann drehte ich und fuhr los. Er folgte mir nicht. Anscheinend scheuen Beamte aus Andorra direkten Kontakt.

Zwischen den Skipisten

Nun wurde die Landschaft richtig spektakulär. Ich fuhr auf einer Straße, zu deren Seiten sich Skipisten befanden. Das hatte ich zuvor mal bei Instagram bewundert und nun durfte ich das erleben. Wahnsinn!

Das Airbnb-Dilemma

Irgendwann erreichte ich den Ort, in dem ich mein Airbnb-Apartment gebucht hatte. Außer einer Adresse hatte ich keine Check-In-Informationen erhalten und mit dem Gastgeber gab es bisher keine Kommunikation.

Die Adresse war in Canillo. Es gab ungefähr 10 Häuser und einen Skilift. Aber dort, wo sich mein Apartment befinden sollte, war ein großes Hotel. Als ich dort nachfragte, erklärte man mir, dass es hier kein Airbnb gebe.

Der Versuch, Kontakt aufzunehmen

Ich schrieb dem Gastgeber (weil Andorra nicht zur EU gehörte, musste ich vorher noch einen Tagespass fürs Internet abschließen.) und versuchte auch, ihn anzurufen. Es war eine argentinische Nummer, die leider nicht vergeben war.

Also rief ich nun Airbnb an. Der Mitarbeiter war sehr freundlich und bemühte sich, mir zu helfen. Die argentinische Nummer wunderte ihn nicht sonderlich, weil er wisse, dass viele Leute Wohnungen in Andorra haben. Das Land ist ein Steuerparadies.

Er versuchte den Gastgeber über die bei Airbnb hinterlegten Daten zu kontaktieren. Die Vorschriften besagten, dass er dem Gastgeber eine halbe Stunde Zeit lassen müsse, um zu reagieren, bevor er die Buchung stornieren dürfe. Er würde dann wieder anrufen.

Der Gastgeber und lauter Enttäuschungen

Bevor die Zeit rum war, meldete sich der Gastgeber bei mir und kam kurze Zeit später auf Socken (es hatte 3 Grad!) zu mir vor das Hotel. Die Wohnung sei in dem großen Haus die Straße runter, meinte er. Mein Motorrad könne ich in die Garage stellen, denn die gehörte auch zu meiner Buchung.

Als ich vor die Garage gefahren war, meinte er jedoch, dass er sie nicht aufbekomme und ich deswegen auf der Straße parken müsse. Ich nickte und stieg ab.

Als wir die Wohnung erreichten, lagen da zwei Leute im Wohnzimmer, die schliefen, und es roch ziemlich muffig. Ich hatte wegen der Warterei in der Kälte eh schon schlechte Laune. Deshalb passte mir die Überraschung, dass mein Apartment gar kein Apartment, sondern ein Bett im Wohnzimmer war, überhaupt nicht.

Eine neue Bleibe

Ich zückte mein Handy, um nach etwas günstigem in der Nähe zu schauen. Inzwischen hatte ich von Airbnb eine Message bekommen, dass der Gastgeber sich bei ihnen nicht melden würde und sie die Buchung storniert hätten.

Auf Airbnb hatte ich gerade keinen Bock mehr. Deshalb suchte ich bei *booking.com in der Umgebungssuche und nahm das Erstbeste (Mit einem * gekennzeichnete Links sind Werbung in Form von Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.). Es war in einem Ort namens Les Cabannes, der etwas mehr als eine Stunde Fahrt entfernt war.

Nicht aufgepasst – zurück nach Frankreich

Als ich losfuhr, bemerkte ich, dass meine neue Bleibe wieder in Frankreich war. Das war natürlich etwas doof, aber es würde gleich dunkel werden und ich musste das jetzt nehmen.

Eine einsame Unterkunft

Dieses Mal war es auch ein eigenes Zimmer. Allerdings war es eine Art Wanderhütte. Aber in riesig. Gäste waren bis auf drei keine da.

Ravioli und Rotwein

Ich machte das beste daraus und kaufte mir eine Dose Ravioli sowie eine Flasche Rotwein im Dorf-Supermarkt.

Als ich gegessen und zwei Gläser getrunken hatte, legte sich eine bleierne Schwere auf meine Lider. Die Fahrt in den Bergen war doch ganz schön anstrengend gewesen. Ich mummelte mich in mein Bettchen ein und träumte von den Straßen, die ich heute befahren hatte.

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