Fast 3 Monate hat es gedauert, aber nun gibt es endlich auch Lockerungen in Marokko.

Das Video zum Beitrag findest Du im Titelbild oder wenn Du hier klickst.

Es war der 16. März, als ich meine Wohnung in Oualidia bezog. Obwohl am 20. März wegen des Corona-Virus‘ der Lockdown beschlossen, ein Ausgeh- und Reiseverbot eingeführt wurde, und ich seit dem 90 Prozent meiner Zeit auf der Dachterrasse verbrachte, ist einiges passiert:

Der Sen-Master

Für einen Monat war ein Chinese namens Sen mein Mitbewohner gewesen, der mit einem Sonderflug das Land verlassen hatte, in China aber positiv auf Corona getestet worden war.

Daraufhin wurden wir in der Nacht vom Ostersonntag in eine Corona-Klinik gebracht, dort 2 Tage eingesperrt und getestet. Alle Ergebnisse waren negativ.

Lauter Baby-Tiere

In der Nachbar-Wohnung im selben Haus warten 5 weitere Personen aus 5 Nationen auf das Ende des Lockdowns bzw. eine Öffnung der Grenzen.

Eine davon ist Michelle. Sie hat zunächst eine kranke Babykatze gesund gepflegt und wenig später zwei Welpen am Straßenrand gefunden, die in extrem schlechtem Zustand waren.

Mittlerweile geht es den Hunden gut, sie haben auch bereits eine erste Impfung bekommen und sind frei von Zecken und Flöhen.

Lockdown teilweise beendet

Nun wurde der Lockdown in Marokko zum 11. Juni teilweise aufgehoben. Das Land wurde in Zonen aufgeteilt. In Zone 1, die ich als grüne Zone bezeichne, dürfen die Menschen wieder rausgehen.

Einige Restaurants haben zum Mitnehmen geöffnet. Die roten Zonen bzw. Zone 2 befinden sich weiterhin im Lockdown. Das sind vor allem große Städte, in denen der Virus stärker verbreitet ist, als auf dem Land.

Die folgende Karte zeigt eine vereinfachte Darstellung der Zonen. Eine exakte Karte gibt es hier.

Freiheit genießen, Grenzen beobachten

Die Grenzen Marokkos bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Allerdings geht es in Europa nun immer schneller voran. Spanien wollte seine Tore zunächst zum 1. Juli wieder für Touristen öffnen, hat dies aber auf den 21. vorgezogen.

Auch für Marokko schreiben die Zeitungen, dass weitere Lockerungen bald kommen werden.

Ich habe die ersten Tage in Freiheit genutzt, um mein Motorrad mal wieder auszuführen und die Gegend, in der ich nun schon so lange wohne, zu erkunden.

Die Kommune schrumpft

Aber der Zeitpunkt der Abreise rückt spürbar näher. Die Spanierin unter meinen Nachbarn verlässt morgen unsere kleine Kommune, denn Spanier und Menschen mit Wohnsitz in Spanien dürfen heim.

Für ihre Freundin, eine Chilenin haben sie eine Ausnahmegenehmigung erwirkt. Dafür musste sie einen Flug von Spanien nach Chile kaufen, aber immerhin darf sie nun als Nicht-Europäerin rüber.

Erst die Hunde versorgen, dann nach Europa

Auch ich werde bald mein Glück versuchen. Wann der reguläre Fährbetrieb wieder aufgenommen wird, weiß keiner, aber Marokko hat über neue Maßnahmen immer extrem kurzfristig informiert, so dass es von heute auf morgen losgehen kann.

Allerdings erreichten mich Bilder von Hunderten wartender Camper auf einem Parkplatz nahe des Hafens in Tanger. Bis sich dort was tut, bleibe ich lieber hier. Evtl. organisiert die deutsche Botschaft nochmal eine Fähre. Aber nix Genaues weiß man nicht.

Derweil versuchen wir, einen Platz für die Hunde zu finden. Das Problem ist, dass es unzählige bedürftige Tiere in Marokko gibt. So viele, dass sie reihenweise vergiftet und erschossen werden, wie ich von den Tiernothilfe-Zentren erfahren habe.

Auch auf unserem verlassenen Nachbar-Grundstück gab es Welpen, die auf einmal alle tot waren. Unseren Hunden ging es ebenfalls extrem schlecht. Nach einem Besuch beim Tierarzt haben sie sich aber wieder erholt.

Nachdem wir unsere Hunde nun mehrere Male gerettet haben, wollen wir sie in sichere und liebevolle Hände geben – ja, sie sind mir ans Herz gewachsen.

Alle Episoden meiner ersten großen Motorradreise

Die Tierheime sind überfüllt und durch die Corona-Krise hat sich die Situation verschlimmert. Die Straßenhunde ernähren sich normalerweise vom Müll der Restaurants, den es im Lockdown nicht mehr gab. Die Tierheime fütterten sie, soweit sie konnten mit durch.

Es fehlt aber überall an Geld und Platz. Ich setze alle Hebel in Bewegung, um jemanden zu finden, der die Hunde aufnimmt und gut zu ihnen ist. Falls Du also Interesse hast oder eine Idee, schreib mir bitte! Wir sind für jede Hilfe dankbar.

Wenn das geregelt ist, werde ich mein Glück versuchen, wieder in die alte Welt zurückzukehren.

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