Indien auf dem Land – Starkregen, Unfall und jede Menge Zuckerrohr

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Auf Reisen lernt man ständig neue Menschen aus den verschiedensten Ländern kennen. Das lohnt sich oft noch Jahre später. So war es in Indien bereits zum zweiten Mal – und zum zweiten Mal hatte Russland etwas damit zu tun. Denn während meiner Zeit in der Sprachschule in Moskau saß ein junger Inder neben mir am Tisch. Sein Name war Harsh – und Harsh war in der Nähe von Delhi beheimatet, wo ich mich gerade aufhielt.

Als ich mich meldete, wohnte Harsh gerade bei seiner Großmutter auf dem Land etwa 200 Kilometer von Delhi entfernt und als ich mich meldete, kam er mit einem Kumpel in die Hauptstadt, um mich abzuholen.

Regeln, die keinen kümmern

Whiskey trinkend fuhren wir im strömenden Regen aufs Land. Als wir an einer Polizeikontrolle vorbeikamen und ich mein Whiskeyglas verstecken wollte, lachten mich meine Freunde aus: „Wenn wir die Polizei sehen, prosten wir ihnen zu.“

In Wahrheit kennt hier jeder jemanden, der bei der Polizei arbeitet und der einem hilft, wenn man Probleme hat. Falls alles schiefläuft, kann man dem Beamten immer noch ein paar Rupien zustecken. Aber soweit kam es nicht. Wir wurden erst gar nicht kontrolliert.

Starkregen macht die Weiterfahrt unmöglich

Der Regen allerdings wurde so stark, dass wir nicht bis zur Farm fahren konnten, weil die Wege überspült waren, und wir in einer Stadt namens Shamli in einem Hotel übernachten mussten.

Bevor wir schliefen, stoppten wir aber noch in einer Straße, wo weitere Freunde von Harsh in ihren Autos saßen, Tandoori Chicken aßen und Alkohol tranken.

Feiern ohne Frauen

Frauen waren da übrigens keine. Die gehen nicht raus, meinten meine männlichen Begleiter.

Wie ich später herausfand, ist es tatsächlich so, dass Frauen alleine nur in den großen Städten feiern gehen. Und selbst dort sind sie meistens mit einem Mann an ihrer Seite unterwegs.

Faszination weißer Mann

Jedenfalls ging der Abend feucht-fröhlich zu Ende. Am nächsten Tag erreichten wir dann die Farm in einem Dorf namens Kanjer Heri. Dort war ich offenbar der erste weiße Mensch und wurde herumgezeigt, wie eine goldene Gans. Jedem sollte ich die Hand schütteln und obwohl keiner Englisch sprach, sollte ich mich auch zu jedem in den Hof setzen und zumindest einen Chai trinken. Das war sehr nett, aber auch anstrengend.

Mein Freund Harsh meinte, ich faszinierte die anderen, weil meine Haut so weiß und sauber war.

Das Wertvollste auf Reisen

Mich faszinierte vor allem, wie die Bauern hier arbeiteten und wie einfach alles war. Ich saß im Hof neben den Kühen und Büffeln, aß Zuckerrohr direkt vom Feld und ließ mir das indische Landleben erklären. Einen wenig davon zeige ich in meinem Video oben.

Durch Harsh wurde mir einen Einblick gewährt, den sonst nur wenige Touristen bekommen. Das wertvollste auf Reisen sind eben die Menschen, die man trifft.

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