Die Euro-Skulptur in Frankfurt. (Foto: Ruti)

Wer das Reisen liebt, liebt die EU

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Ob am Flughafen, im Zug oder mit dem Bus – beim Passieren von Grenzen werde ich oft mit seltsamen Einreisebestimmungen konfrontiert und erlebe ungewöhnliche Geschichten. In meiner Reihe „Grenzerfahrungen“ berichte ich von meinen Erlebnissen am Schlagbaum.

Heute erzähle ich vom Reiseparadies Europäische Union. (Veröffentlicht 11/2017, Update 05/2019)

Wir wissen gar nicht, wie gut wir es haben, wir EU-Bürger. Wir können uns einfach ins Auto setzen und von Land zu Land fahren, ganz ohne uns über Grenzen Gedanken machen zu müssen.

Das ist eine außergewöhnliche Errungenschaft und ich hoffe, angesichts der Probleme in der Union verschwindet sie nicht wieder.

12 Grenzen ohne eine einzige Kontrolle

So richtig bewusst wurde mir diese Besonderheit erst, als ich von Deutschland über Land nach China reiste. Auf meinem Weg durch die EU passierte ich 12 Grenzen mit dem Zug, dem Bus und dem Schiff ohne auch nur ein einziges Mal nach meinem Pass oder Personalausweis gefragt zu werden – ohne überhaupt gestoppt zu werden.

Erst als ich Russland erreichte und somit die Schengenzone verließ, änderte sich das. Ich war richtiggehend aufgeregt bei der Einreise.

Warteschlangen, Formulare, Durchsuchungen

Von da an gehörten unbesetzte Grenzstationen der Vergangenheit an. Auf einmal musste ich mich vor jedem Grenzübertritt mit Visa-Bestimmungen und Einreisegenehmigungen beschäftigen. Es gab lange Warteschlangen, jede Menge Formulare, Gesichtskontrollen, Gepäckdurchsuchungen und Befragungen.

Die EU ist die Ausnahme

Mir kam das altmodisch vor. Dabei ist das die Normalität. Die Europäische Union ist die Ausnahme.

Unterhalte Dich mal mit Nicht-Europäern, die in der EU gereist sind. Die kriegen ganz feuchte Augen, wenn sie von unseren Easy-Borders berichten.

So lange gibt es die auch noch gar nicht: Als ich ein Kind war und mit meinen Großeltern in den Skiurlaub gefahren bin, standen wir an der Grenze zu Österreich noch stundenlang im Stau – und wenn wir am Grenzhäuschen ankamen, meinte mein Opa, ich soll mich ordentlich hinsetzen.

Heute rauscht man da einfach durch. Dieses Privileg ist zur Normalität geworden – aber es gibt Kräfte, die das wieder ändern wollen – Stichwort Flüchtlingskrise.

Oder auch Stichwort Brexit: Die Briten hatten angekündigt, dass es mit der Reisefreiheit für EU-Bürger auf die Insel nach dem Austritt aus der EU vorbei sein soll (Stand November 2017. Mittlerweile weiß, glaube ich, keiner mehr, was wirklich passiert).

Es ist nicht alles schlecht in dieser Europäischen Union

Und als Reisender wirst Du die Währungsunion ebenfalls lieben. Durch den Euro entfällt (leider noch nicht überall) das lästige Tauschen des Geldes, ich muss beim Einkaufen nicht rumrechnen und ich habe nach Verlassen des Landes nicht irgendwelche Münzen in der Tasche, mit denen ich nichts anfangen kann.

Das ist ein ganz realer Vorteil der EU, der Dir einfallen sollte, wenn Du gefragt wirst, was die EU Dir persönlich eigentlich bringt.

Für Europa und nicht dagegen!

Abgesehen davon liebe ich die Idee, dass wir nun alle Freunde sind und die Freiheit haben, uns jederzeit besuchen zu können, um die Kultur des anderen zu genießen anstatt sie auszulöschen.

In diesem Sinne: Geht wählen und stimmt für Europa, nicht dagegen!

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Kommentare

  1. Stimmt! Man kommt überraschend einfach und schnell überall rein. Ich bin trotzdem immer aufgeregt, weil ich auch andere Grenzen (Indien, Kenia) und andere Einreisende (Kenianer, Marokkanerin) kenne, die es bei Weitem nicht so einfach haben. Schön, dass du uns dieses Privileg nochmal in Erinnerung rufst!

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