Verbotsschilder in Singapur (Foto: Ruti)

Grenzerfahrungen: 17 Fluppen für Singapur

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Ob am Flughafen, im Zug oder mit dem Bus – beim Passieren von Grenzen werde ich oft mit seltsamen Einreisebestimmungen konfrontiert und erlebe ungewöhnliche Geschichten. In meiner Reihe „Grenzerfahrungen“ berichte ich von meinen Erlebnissen am Schlagbaum.

Die heutige Geschichte handelt von der Landesgrenze zwischen Malaysia und Singapur.

Ich erwachte am frühen Morgen in meiner Strandhütte auf der Insel Tioman. Bevor ich mich auf die Reise nach Singapur begab, ergötzte ich mich noch einmal am Sonnenaufgang über dem südchinesischen Meer.

Sonnenaufgang vor meiner Strandhütte auf Tioman in Malaysia (Foto: Ruti)

Sonnenaufgang vor meiner Strandhütte auf Tioman in Malaysia

Wenig später ruckelte ich im Taxi über die Berge der Insel zum Fähranleger, von wo aus ich zum Festland schipperte.

News auf der Fähre

Ich war nicht der einzige, der sich an diesem Montag auf den Weg von Tioman nach Singapur gemacht hatte und so wurde mir von den harten Einfuhrbestimmungen des Stadtstaates berichtet.

Vor allem Zigaretten waren ein Thema unter den Reisenden. Angeblich war die Einfuhr von Glimmstengeln komplett verboten und falls die Grenzbeamten welche fänden, würde es heftig teuer. Unwissenheit schütze auch da nicht vor Strafe.

Ich war unwissend gewesen und hatte von den Duty-Free-Shops der Insel noch 3 volle Päckchen und ein angebrochenes einstecken. Die noch bis zur Grenze aufzurauchen dürfte schwierig werden, sagte ich zu mir.

Zunächst aber überzeugte ich mich vom Wahrheitsgehalt der Aussagen, denn Informationen Reisender stützen sich nicht selten auf Gerüchte.

Die Einfuhrbestimmungen von Singapur

Sobald ich wieder Handy-Empfang hatte, checkte ich mit meiner malaysischen Simkarte das Internet. Leider hatten mir die anderen kein dummes Zeug erzählt:

Touristen, die keine Malaysier sind, durften ein angebrochenes Päckchen mit maximal 17 Kippen mit über die Grenze nehmen. Jedes Päckchen mehr kostete das 10-fache des Singapur-Preises, der bei 7€ pro Päckchen lag. (Stand Oktober 2017, zu den Einfuhrbestimmungen)

Meine 3 Päckchen würden mich also 210€ kosten. Weil mir das ein klein wenig zu teuer war, öffnete ich an der Bushaltestelle, von der aus ich nach Singapur fahren würde, ein frisches Päckchen für mich und verschenkte die anderen an einen Raucher, der woanders hinfuhr.

Medikamente und Alkohol

Richtig entspannen konnte ich auf meiner Busfahrt allerdings nicht. Denn im Internet hieß es auch, dass die Einfuhr von Medikamenten und Alkohol ebenfalls verboten waren (Kaugummis übrigens auch).

Ich hatte, wie immer, meine gut gefüllte Reiseapotheke dabei und auch verpackte Geschenke für meine Freundin, die ich im weiteren Verlauf der Reise auf Borneo treffen würde (unter anderem Parfum, sprich Alkohol). Und da stand, an der Grenze wird ordentlich gefilzt. Das beunruhigte mich etwas.

Meine Geschenke wegzuwerfen, kam aber nicht in Frage. Ich packte die verbotenen Dinge etwas tiefer in meinen Rucksack und ließ die Sache auf mich zukommen.

„How many cigarettes do you have? Show me!“

An Grenzübergängen gibt es immer zwei Stationen: einmal die Ausreise, dann die Einreise. Als wir dort ankamen, mussten alle aus dem Bus ausstiegen. Der malaysische Teil verlief ohne irgendwelche Kontrollen. Wir durften sogar unser Gepäck im Bus lassen.

Dann stiegen wir wieder ein und fuhren ein paar Meter weiter zum Einreise-Teil. Dort mussten wir alles mit aus dem Bus nehmen und die Beamten durchleuchteten es. Fragen nach meinen Medikamenten oder dem Parfum gab es keine.

Das Zigaretten-Ding nahmen die aber total ernst. Jeder Einreisende wurde danach gefragt. Ich musste mein angebrochenes Päckchen rausholen und sie zählten meine Kippen. Ich hatte genau 17 und es gab keine Beanstandungen. Dann fragten sie mich mit strengem Blick, ob das auch mein einziges Päckchen sei. Ich nickte.

Singapur ist berühmt für seine strengen Regeln

In die meisten Ländern darf man wenigstens eine Stange einführen. Aber wenn man in einem Land lebt, dass für Kippen doppelt so viel verlangt, wie der Nachbarstaat – muss man das wohl so machen. Das hatte ich mir als Begründung zurechtgelegt. Allerdings sind die Zigaretten in Polen auch deutlich billiger als in Deutschland, aber man darf 4 Stangen einführen.

Bei einem zweiten Security-Check wurde mein Gepäck erneut durchleuchtet und nochmal meine Kippen gezählt. Dann war ich durch.

17 Kippen finde ich hart. Wenn man in Deutschland lebt, mögen 7€ vielleicht nicht teuer erscheinen, aber ich hatte gerade 8 Monate in Russland verbracht und da kostete das Päckchen 1,50€. So eine Zigaretten-Politik kann ein Raucher natürlich nicht unterstützen. Also teilte ich mir die 17 Fluppen so ein, dass ich in meinen 4 Tagen in Singapur keine kaufen musste und ging zumindest gefühlt als Sieger vom Platz.

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