Fliegen mit einem Propeller-Flugzeug - auch im Jahr 2018 noch möglich. (Foto: Ruti)

Flugbuchung – manchmal wie Passierschein A38

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Das Reiseziel ist ausgesucht und die Route geplant. Jetzt müssen nur noch die passenden Flüge herausgesucht werden – trotz zahlreicher Online-Preisvergleichsportale kein Kinderspiel. Denn eine Menge Faktoren können eine Flugbuchung fast so schwierig und nervig machen wie die Beschaffung von Passierschein A38.

Den besten Preis gibt es gar nicht

Wenn ich meine Daten für einen einfachen Flug von A nach B in die Flugpreis-Vergleichsportale a la Momondo, Skyscanner oder Swoodoo eingebe, erwarte ich überall das gleiche Angebot als bestes bzw. billigstes Ergebnis, bekomme aber unterschiedliche billigste Preise.

Zudem unterscheidet sich der Preis, je nachdem, ob ich per Laptop oder Desktop suche oder mit einem mobilen Endgerät. Ich hatte sogar schon den Fall, dass zwei iPhones auf derselben Suchmaschine zwei unterschiedliche Preise angezeigt haben.

Und dann ändert sich der Preis auch noch dauernd. Das heißt, wenn man ein paar Tage später sucht, muss man wieder alle Suchmasken durchgehen, um die aktuellen Preislage zu checken – manchmal sind die Preise schon wenige Stunden später andere.

Ob und wann der Preis steigt oder fällt, bleibt ein Mysterium – auch wenn Swoodoo einen Hinweis eingebaut hat, ob man sofort buchen oder noch warten soll.

Heißt: Den besten Preis gibt es zwar irgendwo da draußen, aber wie der ist und ob Du den kriegst, kannst Du nicht erfahren. 

Mehrere Zwischenstopps hebeln das System komplett aus

Richtig kompliziert wird die Flugbuchung aber erst beim Thema Verbindungen. Selbst bei dem simplen „Von-A-nach-B-Beispiel“ solltest Du nicht nur das Ticket für die Strecke checken, die Du tatsächlich fliegst, sondern auch die Hin- und Rückflug-Variante. Denn die ist möglicherweise billiger. Es kann sich also lohnen, den Roundtrip zu kaufen, auch wenn Du nur eine Strecke fliegst und den Rest verfallen lässt. Das sagt Dir aber keine Suchmaschine auf Anhieb, sondern musst Du in einem Extra-Suchvorgang herausfinden.

Bei Routen mit ein, zwei oder mehr Zwischenstopps wird es dann komplett undurchsichtig bzw. aufwändig. Dann reicht es nicht mehr, einfach Start- und Zielort zu definieren, weil die Vergleichsportale nicht alle möglichen Flughäfen für einen Zwischenstopp ausspucken – auch die Gabelflug-Option hilft nur bedingt.

Ich habe mir dafür zuletzt eine Weltkarte in einem anderen Tab aufgemacht, um einen Überblick möglicher Flugrouten zu bekommen. Dann habe ich jede Teilstrecke zu einem möglichen Zwischenstopp-Airport einzeln gecheckt. Das ist super aufwendig, aber nicht selten finde ich Verbindungen, die mir bei einer einfachen Suche nicht angezeigt werden. 

Wie lange brauche ich zum Umsteigen?

Flüge mit Zwischenstopp sind zwar günstiger, dafür muss dann die Umsteigezeit beachtet werden. Denn falls die Verbindung nicht als ein Ticket ausgestellt ist, bist Du selber schuld, wenn Du den Anschluss verpasst. Du musst also immer genügend Zeit zum Umstiegen einplanen.

Was jedoch genügend ist, weiß man nicht. Denn es dauert an jedem Flughafen unterschiedlich lang, von einem zum nächsten Flugzeug zu gelangen. Manchmal gibt es mehrere Sicherheitschecks und Passkontrollen, (obwohl man sich bereits im Transitbereich befindet und ihn nicht verlässt), manchmal muss man in langen Schlangen stehen, noch längere  Wege gehen, und Stockwerke, Terminals oder gar Flughäfen wechseln.

Wie lange ich an welchem Flughafen zum Umsteigen brauche, weiß ich immer erst hinterher. Erfahrungswerte kann man sammeln, aber dafür muss man eben mindestens einmal an diesem Flughafen gewesen sein und sich darauf verlassen, dass es beim nächsten Mal ähnlich lang bzw. kurz dauert. Kurze Umsteigezeiten sind also immer riskant. Wäre geil, wenn man vorher rausfinden könnte, wie lange das wo dauert.

Wenn möglich, immer direkt bei der Airline buchen

Am besten ist es deshalb, wenn alle Teilflüge auf einem Ticket ausgestellt sind. Denn dann muss sich die Airline um etwaige Umbuchungen oder Erstattungen kümmern. Bei einer Buchung via Internet-Drittanbieter ist es jedoch vor dem Kauf oft schwer einzusehen, ob es sich um ein oder mehrere Tickets handelt.  

Es hilft, wenn Du direkt über die Airline buchst. Dann bekommst Du ein Ticket für alle Teilstrecken und entgehst dem Risiko, dass das Weiterflugticket verfällt.

Das geht natürlich nur, wenn alle Teilstrecken mit der gleichen Airline zurückgelegt werden, was oft gar nicht möglich ist.

Es lohnt sich aber in jedem Fall direkt bei der Fluggesellschaft zu suchen, weil dort manchmal Angebote sind, die die Vergleichsseiten nicht ausspucken.

Zusatz-Gebühren trotz neuem Gesetz

Nachdem ich mich endlich für einen Flug entschieden und meine Daten eingegeben habe, all die Versicherungen abgewählt habe, die mir noch angedreht werden wollen und herausgefunden habe, ob aufzugebendes Gepäck bei dieser Airline inklusive ist oder nicht, kommt oft die Enttäuschung beim Bezahlen. Denn auf einmal kostet der Flug 15 bis 30 Euro mehr als mir versprochen wurde.

Nur wenn ich im Besitz der einen Kreditkarte bin, die dieses Portal gebührenfrei akzeptiert, gibt es den vorher versprochenen Preis. Alle anderen müssen drauf zahlen. Das wird einem vorher natürlich nicht gesagt, sondern erst, wenn man seitenweise Daten eingegeben hat. Ich denke, die Portale spekulieren darauf, dass man zu faul ist, nochmal woanders zu suchen und einfach drauflegt.

Ich bin aber trotzig und gebe dann solange bei verschiedenen Anbietern meine Daten ein und klicke mich durch den Bestellvorgang, bis ich einen finde, der meine Kreditkarte gebührenarm akzeptiert. 

Die EU wollte dieses Geschäftsgebahren nun unterbinden und Typen wie mir Zeit ersparen. Mit der Umsetzung der sogenannten zweiten Zahlungsdienstrichtlinie am 13. Januar 2018 dürfen keine Extra-Kosten für Kartenzahlungen mehr erhoben werden.

Leider hat das bis jetzt noch nicht gefruchtet. Nach wie vor kosten manche Kreditkarten bei vielen Flugbuchungsportalen Extra-Gebühren oder sie werden nun Servicegebühren genannt – dann ist es wohl wieder legal – keine Ahnung. 

Swoodoo zeigt den Preis inklusive Gebühren

Das Flugsuchportal Swoodoo hat das Problem erkannt und verfügt über Option, die bevorzugte Zahlungsmethode bei der Suche miteinzugeben und spuckt somit den Endpreis gleich richtig aus. 

Ich weiß nicht genau, warum, aber ich suche am liebsten bei Momondo. Mir gefällt, dass bei denen das Preisniveau an anderen Tagen gleich mitausgespuckt wird (auch wenn das nicht immer stimmt). Aber bei einigen Tests hat der Gesamtpreis inkl. Zahlungsmethode bei Swoodoo funktioniert. Das ist eine Supersache und lockt mich erstmal wieder dorthin.

Du hast immer ein Storno-Recht

Wenn Du schließlich gebucht hast und danach merkst, dass Du doch nicht fliegen kannst, ist das Geld nicht komplett verloren – auch wenn Du nicht extra für Flugkostenerstattung bezahlt hast. Stornieren darf man ein Ticket immer. Aber dann direkt bei der Airline bevor der Flug stattfindet, auch wenn Du das Ticket bei einer Agentur gekauft hast.

Alle Kosten, die dann nicht anfallen, müssen zurückerstattet werden. Matthias von Travel Telling hat sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und einen hilfreichen Artikel geschrieben. Dort erfährst du auch, was Du tun kannst, wenn die Fluggesellschaft sich weigert, das Geld zu erstatten.

Ich habe bei meinen letzten Flugbuchungen ein bis zwei Wochen gebraucht, um das passende Angebot zu finden. Gut, das waren auch komplizierte Verbindungen ohne Direktflugmöglichkeit, aber ich bin zwischendurch schon hin und wieder als menschliche Lokomotive durch die Wohnung gerannt habe mir gewünscht, ich bräuchte bloß den Passierschein A38. 

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