Als Anfänger auf Motorrad-Reise – Mission Europa

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Der Anruf der Fährfirma erreichte mich weniger als 24 Stunden vor Abfahrt. Das machte aber nichts. Denn ich war bereits auf dem Weg. Nach viereinhalb Monaten in Marokko hoffte ich auf ein Schiff nach Europa.

Das Video zur Rückkehr nach Europa findest Du im Titelbild oder wenn Du hier klickst.

Sonderfähre der deutschen Botschaft

Marokko hat seine Grenzen nach wie vor geschlossen. Einen regelmäßigen Fährbetrieb gibt es nicht. Aber die Botschaften der Gestrandeten organisieren ab und an Sonderfähren. So war es auch diesmal.

Ich hatte mich auf einer Liste der deutschen Botschaft eingetragen. Als nächstes sollte ich einen Anruf der Fährfirma bekommen. Da dieser aber auf sich warten ließ, war ich schonmal losgefahren Richtung Hafen.

Als der Anruf schließlich kam, sagte mir der Herr lediglich, dass ich vier Stunden vor Abfahrt der Fähre in Tanger Med am Hafen sein müsse. Das war spätestens um 7 Uhr morgens. Er wiederholte mehrere Male, wie wichtig es sei, dass ich vor 7 da bin.

Outdoor-Übernachtung in Asilah

Am Vortag konnte man allerdings noch nicht in den Hafen hineinfahren. Also übernachtete ich in Asilah, etwa 80 Kilometer von Tanger Med entfernt.

Ich musste um 5 Uhr aufstehen und wollte für die paar Stunden Schlaf weder mein Zelt aufbauen noch mein Gepäck vom Moped schnallen. Also schlief ich diese Nacht auf dem Boden neben meiner Luzy.

Warten in der Hitze

Kurz nach 7 Uhr erreichte ich den Hafen. Am Kreisel der Einfahrt war eine Sperre aufgestellt worden und davor warteten etwa 100 deutsche Camper.

Ich reihte mich in die Schlange ein. Dann fuhren wir 3 Stunden lang im 5-Minuten-Takt eine Wagenlänge vor, weil sie uns nur einzeln nach Passkontrolle auf das Gelände ließen. Zwischendurch versuchten Flüchtlinge sich auf oder unter den Wohnmobilen zu verstecken. Bereits auf der Autobahn hatte ich einen gesehen, der hinten an der Tür eines Lkws hing.

Es war heiß und nach den 3 Stunden und der Motorradkluft unter der prallen Sonne war ich komplett nass geschwitzt.

Rein in den Hafen und wieder warten

Im Hafen ging die Warterei weiter. Denn der Prozess des Ticketkaufs war – sagen wir – suboptimal. Das lag auch daran, dass es zwar vier Schalter gab, aber nur eine Maschine für die Kartenzahlung.

Nachdem das endlich erledigt war, wurden die Autos gescannt, mit Hunden durchsucht und desinfiziert. Außerdem wurden die Papiere an verschiedenen Stationen mehrere Male gecheckt.

Auf Wiedersehen Marokko!

Auf der Fähre herrschte dann gute Stimmung. Ich denke, alle waren froh, dass es geklappt hatte und sie bald auf dem heimischen Kontinent sein würden.

Als die Fähre sich dann fast 7 Stunden nach meiner Ankunft im Hafen in Bewegung setzte, war es ein fast magischer Moment. Alle Menschen auf diesem Schiff waren Gestrandete und lange in Marokko gewesen. Viele zückten ihre Handys, um diesen Moment festzuhalten.

Ankunft in Algeciras

Anderthalb Stunden später hatten wir die Straße von Gibraltar überquert und legten in Algeciras in Spanien an.

Einmal noch wurde der Pass kontrolliert und dann war ich wieder in Europa.

Erstes Ziel: Tarifa

Ich fuhr direkt nach Tarifa. Der Surf-Ort liegt etwa 20 Kilometer von Algeciras entfernt. Dort bin ich in einem Guesthouse untergekommen, wo ein Bekannter arbeitet und ich einen guten Preis bekommen habe.

Bevor die Geschäfte schlossen, kaufte ich mir Schinken, Käse und Bier. Dinge, an die ich in Marokko des Öfteren sehnsüchtig gedacht habe.

Marokko im Herzen

Obwohl ich sehr froh bin, wieder in Europa zu sein, verspüre ich Wehmut, wenn ich an Marokko denke. Das Land im Norden Afrikas und seine freundlichen Menschen sind mir in den viereinhalb Monaten doch ans Herz gewachsen.

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