Meine Weltreise-Apotheke - um Platz zu sparen habe ich alle Medikamente aus den Schachteln herausgenommen und mit Gummibändern gebündelt. Es macht Sinn, das Verfallsdatum drauf zu schreiben. (Foto: Ruti)

Weltreise-Apotheke

Ruti Reiseplanung, Weltreise 0 Comments

Passend zu meinen Leiden, die ich zu Beginn meiner Trips habe, präsentiere ich hier die Weltreise-Apotheke, die ich dabei habe.

Wie es sich für einen Deutschen gehört, war ich für so gut wie alles gerüstet. Bei meinem Fußbruch und anderen Leiden (siehe unten) musste ich mir trotzdem von anderen helfen lassen. Aber ich konnte mit meiner Weltreise-Apotheke  auch immer mal wieder anderen auf die Beine helfen.

Gleich zu Beginn meiner Reise konnte mir meine üppige Medikametentasche nicht helfen.  Ich hatte auf einmal einen Allergieanfall nach dem anderen (mehr dazu hier und hier). Da ich das nicht von mir kannte, hatte ich natürlich kein Antiallergikum dabei. Apotheken gibt es aber auch in der Slowakei, wo ich mir Antihistamine besorgt habe. Die haben geholfen, vor allem gegen nächtliche angsteinflößende Atemprobleme.

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Die gleichen Tabletten habe ich später auch wieder in anderen Ländern kaufen können und in Myanmar hat mir eine Freundin ihr Asthmaspray geschenkt. Das gibts sonst nur auf Rezept. Benutzt habe ich es noch nicht, aber jetzt bin ich gerüstet. Was ich sonst noch eingepackt habe, beschreibe ich im Folgenden.

Meine Weltreise-Apotheke

Für Wunden

Pflaster – ein gemischtes Päckchen und ein Päckchen mit wasserdichten Pflastern, die eine Wunde auch mal für ein paar Tage dicht verschließen können.

Desinfektionsspray – Octenisept

Betaisadona Salbe – hilft bei der Wundheilung

Allzweckbinde:
Idealbinde – kann bei stärker blutenden Wunden sowie als Verband bzw. Stützverband benutzt werden, um den Arm in eine Schlinge zu legen oder wenn ein Finger absteht. Der Vorteil gegenüber einer Mullbinde ist, dass man die Idealbinde waschen und wiederverwenden kann.

Gegen Stiche


Insektenspray:
Nobite – ein Insektenspray ist in tropischen Gebieten Pflicht. Moskitos verursachen nicht nur schmerzende Stiche, die fett anschwellen können, sie sind auch Überträger aller möglichen Krankheiten. Damit man sich Dengue-Fieber, den Zika-Virus, Malaria usw. erst gar nicht einfängt, ist Einsprühen wichtig. Und hier zählt nur Chemie. Als ich in Indien war, hatte ich eine Unterhaltung mit einigen Backpackern und einem Inder. Als einige Westler die Vorzüge von pflanzlichen Mitteln erwähnten, unterbrach der Inder sie jäh. “Ich bin hier aufgewachsen. Glaubt mir, ich habe alles probiert und das einzige, was hilft, ist Chemie.” Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Der magische Wirkstoff heißt “DEET”. Je höher er in dem Spray dosiert ist, desto besser. In “Nobite” ist der Anteil bei 50 Prozent, was ziemlich gut ist.

Gegen Stiche, Hautentzündungen und allergische Reaktionen:
Soventol Gel

Gegen Durchfall


Imodium akut Schmelztabletten – wenn man gerne die einheimische kost in fremden Ländern zu sich nimmt, bleibt Durchfall oft nicht aus. Die Schmelztabletten sind top, weil man sie ohne Wasser einnimmt. Nehmen und gut.

Für den Notfall


Spritzen und Nadeln in drei Größen – in manchen Ländern sind Spritzen nicht steril und es werden teilweise noch Glasspritzen verwendet. Wenn das der Fall ist, bitte ich den Arzt, meine zu benutzen.

Gegen Sodbrennen


Riopan Kautabletten und -Gel – das saugt die Magensäure auf

Gegen Zahnprobleme


In Hongkong hatte sich ein Stück Essensrest unter mein Zahnfleisch geschoben. Das hat sich dann entzündet und sich zu einem Abszess entwickelt. Ich habe von einem Hostelmitbewohner ein Betäubungsgel für das Zahnfleisch bekommen, das auch entzündungshemmend ist. Allerdings mussste ich den Abszess dann doch aufschneiden. Dafür habe ich mir eine desinfizierende Mundspülung (Corsodyl) gekauft. Das hat dann auch geholfen. Zum Öffnen des Zahnfleisches war der Draht einer Zahnzwischenraumbürste praktisch (mehr dazu hier).

Das zeigt, dass man gar nicht immer alles selber dabei haben muss. Andere Traveler haben auch Reiseapotheken dabei und man kann auch im Ausland Medikamente kaufen.

Gegen Schmerzen


Ibuprofen mit Lysin 684mg – vor allem für Kopfschmerzen, kann aber auch gegen alle anderen Arten von Schmerzen verwendet werden. Hilft auch gegen Entzündungen.

Doliprane 1000mg – Gegen stärkere Schmerzen. Damit konnte ich einem Mongolen helfen, der von einem Pferd in den Rücken getreten worden war.

Voltaren Schmerzgel – das schmiere ich mir drauf, wenn ich Gelenkschmerzen habe.

Delrapid Gel – Das hat mir ein Arzt in Sri Lanka verschrieben, als ich starke Rippenschmerzen hatte. Das Gel wird ganz heiß und hat mir seit dem auch bei anderen Schmerzen geholfen.

Gegen Erkältung


Wick DayMed – Diese Tabletten unterdrücken eine Erkältung, so dass man durch den Tag kommt. Eine Erkältung muss man auskurieren. Wenn man aber weiterreisen muss oder aus anderen Gründen nicht ruhen kann, habe ich damit gute Erfahrungen gemacht.

Fieberthermometer


Gibts oft umsonst in der Apotheke.

Gegen Erbrechen


MCP-Tabletten (verschreibungspflichtig) – sie verhindern, dass man kotzen muss. Manchmal ist das sehr hilfreich. Früher hatte ich immer die Tropfen dabei, die wirklich super sind. Die sind aber mittlerweile vom Markt genommen worden und nur noch für Krebspatienten erhältlich.

Gegen Kreislaufbeschwerden


Mir ist in Thailand mal nach zu viel Genussmitteln der Kreislauf weggesackt. Die Bardame hat mir dann einen Stift gegeben, an dem man riecht. Er duftet krass nach Menthol, Eukalyptos und so und bringt den Kreislauf wieder hoch.

Gegen Infektionen


Breitbandantibiotikum – Ciprofloxacin – Ein Breitband-Antibiotikum ist ein Antibiotikum, dass mehrere Erreger bekämpft.

Gegen Mineralstoffmangel


Elotrans Elektrolyte – ist ein Pulver, das man in Wasser auflöst. Elektrolyte sind wichtig für den Wasserhaushalt im Körper. Wenn man viele Mineralstoffe verliert – beispielsweise bei Durchfall, starkem Schwitzen oder Erbrechen, kann man sie einnehmen. Auch bei schlimmem Kater nach exzessiven Partys sind sie hilfreich.

Nasenspray


Otriven Sinuspray – habe ich dabei, weil es mir gegen Schnarchen hilft, weil ich oft eine verstopfte Nase habe. In Mehrbettzimmern danken es einem die Mitinsassen.

Gegen Malaria


Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Tabletten (verschreibungspflichtig) – Malaria ist ein Thema für sich. In gefährdeten Gebieten kann man eine Prophylaxe machen, die Nebenwirkungen der Tabletten sind aber nicht zu unterschätzen. Ich hätte komplett auf Malaria-Tabletten verzichtet, hatte aber noch welche von meiner letzten Indienreise da. Das sind 12 Stück, die ich einnehmen würde, wenn ich Symptome von Malaria habe.

Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall. Wenn ich den Verdacht habe, an Malaria erkrankt zu sein, würde ich aber sowieso einen Arzt aufsuchen.

Knapp 200 Euro für Medikamente


Alles in allem hat meine Weltreise-Apotheke vor meiner Abreise 170 Euro gekostet. Die verschreibungspflichtigen Medikamente bekommst Du, wenn Du zum Arzt gehst und ihm sagst, dass Du eine Langzeitreise machst.

Impfungen


Daneben bin ich noch gegen alles Mögliche geimpft. Auch hier muss jeder selbst entscheiden, wie gut er geimpft sein will. In einigen Nationen sind bestimmte Imfungen Pflicht. Das Auswärtige Amt gibt Empfehlungen für alle Länder (zur Website).

Ich hatte für die Weltreise nur noch Gelbfieber gebraucht, die in einigen Ländern Südamerikas, Afrikas und des nahen Ostens Pflicht ist. Diese Impfung kann man nur bei zugelassenen Impfstellen machen lassen. Als ich dort war, hat der Arzt nochmal meinen Impfpass gecheckt, ob mir irgendwas Wichtiges fehlt oder ich eine Auffrischung benötigte. “Sie sind ja schon umfassend geschützt”, meinte er daraufhin. “Ja, ich war vor 1,5 Jahren in Indien”, antwortete ich. Daraufhin holte er ein Buch hervor, in dem die Risiken der einzelnen Länder aufgeführt sind.

“Jedes Land hat eine Seite in diesem Buch”, sagte er mit einem schmunzeln, “aber Indien hat…” und dann blätterte er bestimmt 7 Seiten lang in dem Buch. “In Indien kann man alles kriegen. Wenn sie also dort waren, sind sie bereits so gut wie gegen alles geimpft.”

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