Meine Visa für Russland und China. (Foto: Ruti)

Visum für Russland und China – Hürden der Bürokratie

Ruti China, Reiseplanung, Russland, Weltreise 3 Comments

Meine Visa sind da. Zweieinhalb Wochen bevor ich in meine Weltreise starte, habe ich dieses notwendige Übel für die Einreise in Russland und China endlich in der Tasche. Dass das so klappt, war bis zuletzt nicht sicher.

Ich werde von Russland aus mit der Transsibirischen/Transmongolischen Eisenbahn über die Mongolei nach Peking fahren (Bericht: von Deutschland nach China ohne Flug). Für die Mongolei braucht man kein Visum. Für Russland und China schon. Und Visa für diese Länder zu bekommen, ist ein wenig komplizierter als für die meisten anderen.

Das Russland-Visum


Um das Russland-Visum zu beantragen, braucht man neben Antrag, Pass und Passfoto noch eine in Russland akzeptierte Auslandskrankenversicherung, eine Rückkehrbescheinigung und eine offizielle Einladung. Auf der Webseite der Botschaft der russischen Föderation gibts nochmal alle Infos und Antrage.

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Die Krankenversicherung war kein Problem. Ich habe eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung beim ADAC abgeschlossen und die wird akzeptiert. Die Rückkehrbescheinigung soll ein Beweis dafür sein, dass man Russland auch wieder verlässt. Da wollen die einen Kontoauszug, eine Lohnabrechnung, Pensionsbescheid, Entsendungsschreiben oder Gewerbeanmeldung sehen. Das war auch kein Problem.

Die Einladung allerdings bekommt man normalerweise vom gebuchten Hotel oder Reiseveranstalter. Da ich eher spontan reise und Übernachtungsmöglichkeiten kurzfristig buche, hatte ich sowas nicht. Für solche Fälle gibt es allerdings Agenturen, die einem die Einladung ausstellen.

Das China-Visum


Das China-Visum hat die Besonderheit, dass man bei der Beantragung einen Reiseverlauf beilegen muss. Da müssen Ein- und Ausreiseticket und Hotelreservierungen zu jedem Hotel vorgelegt werden. Wenn man das Visum hat, spielen diese Buchungen keine Rolle mehr. Also, nimmt man bei Hotelseiten wie Booking.com Buchungen vor und storniert diese wieder, sobald das Visum da ist.

Eine Agentur macht vieles einfacher


Ich hatte gelesen, dass die Beamten bei beiden Ländern relativ streng sind. Sollten die Unterlagen nicht passen, wird der Antrag abgelehnt und man muss die Visa-Gebühr erneut zahlen, wenn man die fehlenden/falschen Unterlagen nachreicht.

Da ich wegen der Einladung für Russland eh eine Agentur in Anspruch nehmen musste, beschloss ich, gleich beide Visa komplett von einer Visa-Agentur (zur Website) beschaffen zu lassen. Dann spar ich mir die Behördengänge und gehe sicher, dass alles klappt und richtig ist. Ich stell den Antrag, zahle 234 Euro und der Rest läuft von allein – dachte ich.

Ein Problem taucht auf


Das Russland-Visum war auch kein Problem, alles lief ohne weitere Rückfragen. Für China hatte ich ein Visum mit zweimaliger Einreise beantragt. Denn für Hongkong und Macau braucht man als Deutscher kein Visum. Wenn ich diese Orte besuche, würde ich also formal gesehen aus China ausreisen und wieder einreisen wollen. Das muss auf dem Visum vermerkt sein. Das coole an der Agentur war, dass sie sich auch um den benötigten Reiseverlauf kümmerten. Das Buchen und Stornieren irgendwelcher Hotels konnte ich mir also sparen. Es stellte sich allerdings ein Problem heraus, dass ich zuvor nicht überblickt hatte:

Das China-Visum ist nur 3 Monate gültig, und zwar ab dem Tag seiner Ausstellung. Da ich China erst in knapp 3 Monaten erreichen würde, bedeutete dies, dass das Visum bereits so gut wie abgelaufen wäre, wenn ich im Reich der Mitte ankomme. Mein zeitlicher Plan passte also nicht zu einem normalen Touristenvisum.

Viel Papierkram für ein Vielleicht


Ich brauchte ein längeres Visum. Im Gespräch mit der Agentur erfuhr ich, dass das nicht so ohne Weiteres möglich ist. Längere Visa werden normalerweise nicht genehmigt. Ich erwähnte dann irgendwann, dass ich einen Freund besuchen wolle, der in China lebt. Das war die Lösung.

Wenn mir dieser Freund eine Einladung ausstellen würde, könnte ich ein Privatvisum beantragen. Mein Kumpel wusste schon, wie so eine Einladung formuliert sein muss und schickte mir diese samt seiner Heiratsurkunde (er ist mit einer Chinesin verheiratet) und seinem aktuellen Visum. Die Agentur wollte dann noch eine Kopie seiner Einreisestempel und seines Passes. Außerdem sollte ich noch eine Erklärung abgeben, warum ich überhaupt so ein Visum brauche. Als all das geliefert worden war – ich danke Dir für Deine Mühen, Thomas, im Zeitalter vor dem Internet wäre das nicht möglich gewesen – meinte die Dame von der Agentur, dass ich mir des Visums trotz alledem nicht sicher sein könne. Eine Erteilung liege im Ermessen des bearbeitenden Beamten.

Ein Einschreiben im Briefkasten


Danach hatte ich nichts mehr von der Agentur gehört. Bis ein Kärtchen über ein Einschreiben im Briefkasten lag. Als ich den Pass abholte, war ich entsprechend aufgeregt, riss den Umschlag noch in der Post auf und suchte nach den eingeklebten Visa.

Zuerst entdeckte ich das Russland-Visum: 30 Tage, richtiger Zeitraum, einmalige Einreise. Sehr schön!

Und das China-Visum? 6 Monate gültig mit zweimaliger Einreise und einer Aufenthaltsdauer von je 60 Tagen. Jawoll! Alles ist gut.

Ich hatte schon darüber nachgedacht, mir das Visum zur Not bei meinem Aufenthalt in der Mongolei in Ulanbataar zu besorgen. Ob das einfach oder schwierig ist, habe ich glücklicherweise nicht recherchieren müssen.

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