In Bangkok herrscht immer viel Verkehr, sehr viel. (Foto: Ruti)

Rutis Reiseführer für Bangkok – Transport

Ruti Bangkok-Guide, Transport 4 Comments

Kurz nach Veröffentlichung des zweiten Kapitels meines Bangkok-Reiseführers gab es einen schrecklichen Bombenanschlag in der Stadt. Ich will dem gar nicht so viel Raum auf meinem Blog geben, aber natürlich habe ich überlegt, ob ich erstmal eine Pause machen soll, bevor ich weitere Teile des Guides publiziere. Und ich habe mich entschieden, weiterzumachen. Denn warum soll ich nun nicht mehr darüber berichten, wie spannend diese Stadt ist? Nach dem Motto “Jetzt erst recht” kommt hier das Kapitel über den Transport in der Stadt.

In Bangkok kann man sich auf viele verschiedene Weisen fortbewegen. Manche Transportmittel sind praktisch, andere eher eine Attraktion für Reisende. Manche sind für Westler auch nur schwer zu verstehen. Im Folgenden erfährst Du, wie Du in der Stadt am besten von einem Punkt zum anderen kommst.

Vom Flughafen in die Stadt


Die erste Fahrt in einer fremden Stadt ist immer besonders aufregend. Die meisten Leute kommen in Bangkok am Suvarnabhumi-Airport an. Von dort kommst Du am besten mit dem Taxi oder dem Zug in die Stadt. Im Gebäude sind die Wege zu den Abfahrtsorten gut ausgeschildert.

Anzeige
 

Der einfachste Weg ist der Transport mit dem Taxi. Dazu muss man raus vor das Gebäude. Vor einigen Jahren am alten Flughafen wurde man direkt mit dem Chaos konfrontiert, als sich die Schiebe-Tür des Flughafens öffnete. Man hatte noch mit der Hitzewand, gegen die man lief, zu kämpfen, während bereits Leute auf einen zustürzten, die einem ein Taxi anbieten wollten. Heute geht es geregelter zu. Man stellt sich an und bekommt ein Taxi zugewiesen. Das ist idiotensicher.

Die Fahrt vom Flughafen wird mit dem Taxameter bestritten. Man muss also nicht handeln. Außerdem wird ein Zuschlag fällig. Der ist obligatorisch und keine Abzocke. Sollte der Fahrer fragen, ob er den Highway benutzen soll, würde ich zustimmen. Das geht viel schneller, als sich durch den dichten Verkehr der normalen Straßen zu quälen. Meistens wird man aber gar nicht mehr gefragt. Der Highway kostet extra. Das Geld sollte man bereit halten, um es dem Fahrer in die Hand drücken zu können. Das sind zwischen 45 und 55 Baht (etwas mehr als 1 Euro) pro Maut-Station, von denen es vom Flughafen aus üblicherweise zwei gibt. Eine Fahrt in die Stadt kostet alles in allem zwischen 350 und 400 Baht.

Du kannst auch mit dem Zug nach Bangkok rein fahren. Das ist ebenfalls unkompliziert und geht schnell. Tickets bekommst Du am Automaten oder auch am Schalter.

Solltest Du am alten Flughafen namens Don Mueang ankommen, empfehle ich, ein Taxi zu nehmen.

Transport in der Stadt


In Bangkok bewegt man sich hauptsächlich mit dem Taxi, Tuk Tuk und Skytrain fort. Die U-Bahn ergänzt das super. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, Wassertaxis zu nutzen. Im Folgenden gehe ich auf die einzelnen Transport-Mittel ein.

Klick Dich direkt zum Verkehrsmittel Deiner Wahl!


Taxi


Taxifahren kann in Bangkok mitunter spektakulär sein. Ich bin schon in fahrenden Diskotheken gesessen, inklusive Diskokugel, die sich in einem wild blinkenden Auto zu lauter Thaimusik gedreht hat. Einmal wurde ich Zeuge einer heftigen Auseinandersetzung: Ein Motorradfahrer schnitt die Kurve, was unseren Fahrer erzürnte. Zunächst fuhren sie diskutierend nebeneinander her, dann flogen während der Fahrt die ersten Fäuste. Wir hielten an, der Fahrer stieg aus und holte ein Brecheisen als Waffe aus dem Kofferraum. In dem Moment entschieden wir, genug gesehen zu haben und auszusteigen. Doch die Türen waren verriegelt. Während die Schlägerei begann, befreiten wir uns. Der Fahrer rief uns noch hinterher, dass wir unbesorgt sein sollten und es gleich weitergehe. Doch wir lehnten ab. Wenig später fuhr er mit einer stark blutenden Platzwunde an uns vorbei.

Auf Taxameter bestehen


Aber, keine Sorge, in der Regel sind die Taxifahrten in Bangkok ganz normal. In der Stadt empfehle ich, immer nach dem Einsatz des Taxameters zu fragen. Als Ausländer hat man oft keine Ahnung, wie viel für eine Fahrt zu veranschlagen ist und wird bei Verhandlungen gerne übers Ohr gehauen. Einige Fahrer wollen lieber einen Fixpreis mit Verweis auf den schweren Verkehr aushandeln. Lehne dann dankend ab und frage den nächsten. Es gibt unzählige Taxis in Bangkok.

Übrigens: Man traut es Thailand gar nicht zu, aber die Taxis in Bangkok fahren mit Gas. Dass die Smogwolke früherer Jahre über der Stadt verschwunden ist, hat sicherlich auch damit zu tun.

Tuk Tuk


Tuk Tuks sind diese Roller mit drei Rädern und Dach. Sie sind typisch für Bangkok und eine Fahrt gehört einfach zu einem Besuch der Stadt dazu. Außerdem sind sie sehr viel billiger als Taxis. Allerdings ist der Preis ist immer Verhandlungssache. Taxameters haben Tuk Tuks nicht.

Oft wird ein sehr günstiger Preis angeboten, allerdings verschweigen die meisten Fahrer, dass sie einen dafür noch an einem Kaufhaus vorbeifahren, wo man durchschlendern muss, in der Hoffnung, dass man was kauft. Die Tuk-Tuk-Fahrer bekommen dafür dann einen Tankgutschein. Deshalb bieten sie den niedrigen Preis an.

Das ist einmal lustig, ab dem zweitem Mal aber nervig. Ich würde das immer vor der Fahrt abklären und darauf bestehen, nicht bei einem solchen Laden zu halten. Auch hier gilt: Wenn einer nicht will, einfach weitergehen. Der nächste oder übernächste Fahrer macht es für ein paar Baht mehr ohne den Umweg.

Das folgende Video zeigt, dass man über den richtigen Preis durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann:


Beim Tuk Tuk ist zu beachten, dass es ein offenes Gefährt ist. Man ist den Abgasen und gegebenenfalls schweren Regengüssen ausgesetzt. Lass Dich von dem kleinen Dach des Tuk Tuks nicht täuschen. Und: Mehr als zwei Europäer können in einem Tuk Tuk nicht bequem sitzen.

Skytrain bzw. BTS


Ticket-Automat für den Skytrain in Bangkok (Foto: S.E.)

Ticket-Automat für den Skytrain in Bangkok (Foto: S.E.)

Der Skytrain ist eine Hochbahn, die mittlerweile mein Lieblingstransportmittel in Bangkok ist. Der Skytrain ist günstig, vor allem aber ist es sehr viel relaxter über die Stadt zu sausen, als durch die vollen Straßen zu schleichen. Handeln muss man hier auch nicht, man kann rausgucken und klimatisiert ist er obendrein. Einziger Nachteil: Mit dem Skytrain kommt man nicht überall in Bangkok hin.

Die Fahrpläne und das Ticketsystem sind leicht verständlich. Tickets kauft man an Automaten. Dort kann man nur mit Kleingeld bezahlen, aber in jeder Station gibt es Schalter, an denen man Geld wechseln kann. Neben den Ticketautomaten sind Pläne, die die Stationen zeigen und ebenfalls was eine Fahrt dorthin kostet.

Zur Skytrain-Website gehts hier.

Metro


Die Metro ist die U-Bahn in Bangkok. Sie ist ebenfalls klimatisiert und ein weiteres praktisches Transportmittel. Zusammen mit dem Skytrain hat die Metro die Fortbewegung in Bangkok maßgeblich verbessert und beschleunigt. In der Metro kannst du Tickets am Automaten oder am Schalter kaufen.

Mehr Infos zur Metro in Bangkok gibts hier.

Bus


Die öffentlichen Busse sind für mich mehr eine Attraktion als ein Transportmittel. Das System ist für Ausländer schwer durchschaubar und deshalb unpraktisch. Eine Fahrt damit lohnt sich dennoch, da man unter Einheimischen ist und es Spaß macht in den Oldschool-Bussen mit den offenen Fenstern durch die Stadt zu fahren. Einfach mal einsteigen und ein paar Stationen mitfahren. Die kicherenden Thais freut das obendrein.

Die Tickets sind spottbillig. Ein Kumpel, mit dem ich mal in Bangkok war, empfand eine solche Busfahrt als eines der coolsten Erlebnisse in Bangkok.

Für diejenigen, die den Bus als Transportmittel nutzen und verstehen wollen, gibts bei “Faszination Südostasien” eine ausführliche Anleitung (zum Artikel).

Khlong-Taxi


Noch geiler als der Public Bus ist eine Fahrt mit einem Taxi-Boot durch die kleinen Kanäle, Khlongs genannt. Auch hier ist der Transport eher nebensächlich, obwohl das System nicht schwer zu verstehen ist, wenn man einen Stadtplan hat. Dort sind die Stationen aufgezeichnet. Tickets gibts für wenige Baht auf dem Boot.

Es macht einfach Spaß in dem überfüllten Boot, in dem ein Europäer kaum Platz hat, mit den Pendlern zu reisen. Die freuen sich regelrecht, dass auch mal ein Weißer diese Transportmöglichkeit nutzt. An den Stationen hält das Boot nicht wirklich an. Man muss schnell aufspringen. Aber für Touristen machen die Fahrer gerne etwas langsamer. Damit die Insassen nicht nass werden, wird eine Plane während der Fahrt hochgespannt. Das ist ein weiteres cooles Gimmick des Khlong-Taxis, auch wenn man nicht mehr rausgucken kann. Mein Tipp: unbedingt machen!

Chao-Phraya-Boote


So sehen die Haltestellen für Fluss-Taxis in Bangkok aus. (Foto: Ruti)

So sehen die Haltestellen für Fluss-Taxis in Bangkok aus. (Foto: Ruti)

Auf dem Chao-Phraya-River fahren verschiedene Boote als schwimmende Busse, mit denen man sich den Fluss entlang arbeiten kann und auch auf das andere Ufer kommt. Es gibt viele Stationen und verschiedene Linien. Auch hier ist das System für den Touristen undurchsichtig und beim Nachfragen schicken einen die Thais gerne zur Touristenlinie. Aber auch die ist okay und mit etwas Übung kommt man gut zurecht. Cooler ist natürlich die ganz billige Version, die auch die Thais nutzen.

Während der Fahrt kann man das Treiben auf dem Fluss und Sehenswürdigkeiten, wie den Wat Aarun, beobachten. Eine Fahrt mit dem Flusstaxi betrachte ich sowohl als Transportmittel als auch als Attraktion.

Motorradtaxi


Ein in Bangkok abenteurliches Fortbewegunsmittel ist das Motorradtaxi. Es eignet sich eher für kurze Fahrten. Wenn man längere Fahrten unternimmt, darf man nicht ängstlich sein. Und man sollte aufpassen, denn immer wieder muss man Schulter oder die Beine einziehen, wenn die Fahrer sich zwischen den Autos durchquetschen. Gleichzeitig ist das Motorradtaxi aber im dichten Verkehr der Stadt sehr viel schneller als das Taxi oder Tuk Tuk. Der Preis ist Verhandlungssache. Das ein Motorradtaxi billiger als Taxi und Tuk Tuk sein sollte, versteht sich von selbst.

Diesen Beitrag teilen

Weitere Beiträge zum Thema Transport


Zur Übersicht des Bangkok-Reiseführers

Comments 4

  1. Pingback: Rutis Reiseführer für Bangkok RutisReisen

  2. Pingback: Rutis Reiseführer für Bangkok - weitere Highlights

  3. Pingback: Shopping-Tipps für Bangkok

  4. Pingback: Wo übernachte ich am besten in Bangkok?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *