Speisekarte in einem Restaurant in Almaty. Mir wären Bilder lieber gewesen. (Quelle: ruti)

Mit Händen und Füßen sprechen in Almaty

Ruti Essen, Essen & Trinken, Kasachstan, Storys 1 Comment

Wenn man Almaty besucht und weder russisch noch kasachisch spricht, ist die Stadt ein undurchsichtiger Moloch. Dass ich außerdem der kyrillischen Schrift nicht mächtig bin, machte die Sache nicht einfacher.

Die Menschen sprechen so gut wie kein Englisch, manchmal kommt man sogar besser mit Deutsch weiter, weil das dort in der Schule gelehrt wird. Früher lebten mal knapp eine Millionen Deutsche in Kasachstan. In einem Mini-Supermarkt, in dem wir öfter Bier kauften, begrüßte uns die Besitzerin immer mit einem freundlichen “Guten Tag”. Das Wort “Piwa” für “Bier” habe ich in meinen Wortschatz aufgenommen. Die erfolgsversprechende Verständigungsmethode war allerdings die mit Händen und Füßen.

Im Internet ist nicht alles schlecht

In der Pension, in der ich wohnte, kommunizierte ich mit dem Hausherren Vladimir außerdem über den Google-Übersetzer, was total praktisch war. Wer das Tool kennt, weiß aber, dass die Übersetzung manchmal sehr rätselhaft ist.

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Sich fast ohne Sprache durchzuschlagen, war jedoch nicht nur mühsam, sondern auch irgendwie lustig. Die Menschen waren extrem freundlich und hilfsbereit. Sie erzählten immer viel in mir unverständlichem Russisch, während ich in für sie ebenso unverständlichem Englisch antwortete.

Lustiges Rätselraten im Restaurant

In Restaurants ist die Karte oft nur in kyrillischer Schrift. Dann behalf ich mir damit, auf das Essen am Nachbartisch zu zeigen und einfach das Gleiche zu bestellen. Allerdings sollte man dann nicht zu wählerisch sein. Denn man weiß nicht, ob man Pferde-, Hammel-, Rind- oder Hühnerfleisch bekommt.

Als wir das erste Mal in Almaty Essen gingen, befanden sich aber keine Speisen auf irgendeinem Nachbartisch, so dass diese Methode ausfiel.

Schaschlik geht immer

Schaschlik-Spieße in Almaty. (Quelle: ruti)

Schaschlik-Spieße in Almaty.

Die Bedienung, eine junge Frau, schämte sich zwar etwas, mühte sich aber total ab, uns die Speisen zu erklären. Als wir “Piwa” bestellten, verschwand sie für eine halbe Ewigkeit. Als sie wieder kam, war sie mit einem Zettel bewaffnet, auf dem ihr jemand offensichtlich etwas in Englisch notiert hatte. Sie las vor, dass wir für 1500 Tenge (7 Euro) so viel Bier trinken könnten, wie wir wollen. Weil wir aber von der Reise noch ziemlich kaputt waren und nur noch schnell was Essen wollten, verzichteten wir auf das verlockende Angebot.

Die Bestellung der Speisen gestaltete sich äußerst schwierig. Wir wussten jedoch, dass es in Almaty überall Schaschlik gibt. Also griffen wir an diesem Abend darauf zurück.

Allerdings wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass mit Schaschlik nur die Fleischspieße gemeint sind. Rohe Zwiebeln, ein paar Salatgurken und Tomaten gibts als Beilage dazu. Möglich, dass es in Kasachstan auch Schaschlik-Soße gibt, mir ist sie allerdings nicht begegnet.

Salat mit gebratenem Hühnchen, Zwiebeln, Tomaten, Pilzen. (Quelle: ruti)

Salat mit gebratenem Hühnchen, Zwiebeln, Tomaten, Pilzen.

Als Vorspeise bestellten wir irgendeinen Salat. Wie sich herausstellte, hatten wir einen mit gebratenem Hühnchen, Speck, Tomaten, Zwiebeln und Pilzen an einer Art Joghurt-Soße ausgewählt.

Ich war nicht überwältigt von dem Essen, aber für den ersten Abend durchaus zufrieden. Von welchem Tier das Schaschlik-Fleisch war, weiß ich aber bis heute nicht. Rind und Huhn haben wir ausgeschlosseen. Zwischen Hammel und Pferd konnten wir uns nicht einigen. Ich durfte aber nicht nachfragen, weil meine Mutter auf keinen Fall Pferd essen wollte und falls sie es doch getan hatte, wollte sie es wenigstens nicht wissen.

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