Mit der Seilbahn gehts hinauf zum Kök Töbe. (Quelle: ruti)

Seilbahn fahren in der Wiege des Apfels

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In Almaty wohnten wir in einer kleinen netten Pension in der Nähe des Hotels Kasachstan. Da die Pension in einer Seitenstraße ist, bietet der Herbergsvater Vladimir seinen Gästen an, sie zu jeder Tages- und Nachtzeit zum zentraler gelegenen Hotel Kasachstan und zurück zu fahren. Ein kurzer Anruf genügt. Allerdings dauert auch der Fußmarsch dorthin nur zehn Minuten.

Das Hotel Kasachstan ist eines der größten und markantesten Gebäude der Stadt, so dass es ein guter Orientierungspunkt ist. Außerdem kennt es jeder Einheimische, und man kann danach fragen, falls man sich verlaufen hat.

Das Hotel Kasachstan kennt jeder in Almaty. (Quelle: Ruti)

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Trotz eines Reiseführers  waren wir zu Beginn ziemlich überfordert. Die Sprachbarriere kam erschwerend hinzu. Weil Vladimir uns erzählt hatte, dass es nicht weit bis zu einer Seilbahn sei, machten wir uns auf die Suche nach dieser. Tatsächlich befand sich die Station direkt hinter dem Hotel Kasachstan.

Vögel, Mützen und die Beatles

Wir kauften uns zwei Tickets und dann ging es etwa 1000 Meter nach oben auf den Berg Kök Töbe. Da Höhe nicht so mein Ding ist, hatte ich ein leicht mulmiges Gefühl. Ich redete mir aber ein, dass die ganzen Einheimischen nicht mitfahren würden, wenn die Bahn nicht sicher wäre.

Auf dem Berg befindet sich eine Art Mini-Kirmes. Die “Attraktionen” sind Autoscooter, Schieß-, Dartsstand und sowas wie eine kleine Rodel-Achterbahn. Ein paar Gehege mit lustigen Vögeln gibts auch.

Ruti mit traditioneller Kopfbedeckung. Warum die Ohren von Goofy da dran sind, weiß ich auch nicht. (Quelle: Ruti)

Die Souvenir-Stände verkaufen komische Kopfbedeckungen, die ich mir aufsetzte und Fotos schoss. Nach dem zweiten kam der Shop-Besitzer an und sagte, dass er für jedes Foto, das ich mache, 100 Tenge (knapp 50 Cent) wolle. Das beendete mein kleines Verkleidungsspiel.

Ruti mit traditioneller Kopfbedeckung Teil 1. Der Souvenirshop auf dem Kök Töbe ist ein Paradies für Mützenliebhaber. (Quelle: Ruti)

Die traurige Geschichte des “Aport”

Ich weiß nicht, was die Beatles mit Kasachstan zu tun haben, aber auf dem Berg steht ein Denkmal der Pilzköpfe. Das erfreute sich bei den Kasachstanern als Fotomotiv großer Beliebtheit. Also habe ich mich dann auch mit der englischen Band fotografieren lassen.

Die Beatles feat. "Pitbull" (Quelle: Ruti)

Ein Bild mit den Beatles ist sicherlich nicht das landestypischste, was man seinen Freunden zeigt, wenn man wieder zu Hause ist. Ein Foto eines Apfels allerdings schon.

Almaty ist sowas wie die Wiege des Apfels. Äpfel gibt es in dieser Gegend schon seit Urzeiten. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die heutigen Äpfel mit denen aus Almaty genetisch verwandt sind. Die Früchte sind offenbar über die Seidenstraße, an der die Stadt liegt, nach Europa gelangt. Dort sind sie durch Zucht verfeinert worden und wieder nach Almaty gekommen. Der “Aport” war das  Ergebnis. Diese Apfelsorte war besonders schmackhaft und die Früchte konnten so groß werden, dass sie über 1 Kilo wogen. Klar, dass der “Aport” zum Verkaufschläger wurde. Rund um die Stadt wuchsen mehr als 3 Millionen Apfelbäume.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion änderte sich das jedoch schnell. Die Apfelplantagen mussten den Villen der Reichen Platz machen.

Heute ist der “Aport” verloren. Auf dem Markt werden zwar Äpfel verkauft, die die Händler als die berühmten anpreisen. Aber das ist nicht der original “Aport”. In einigen Privatgärten soll er jedoch noch schlummern. (Die Autorin meines Reiseführers, Dagmar Schreiber, hat einen schönen Text über Almaty und den Apfel verfasst: Klick hier!)

Almaty ist trotzdem stolz auf seinen Apfel. Der alte Name der Stadt “Alma-Ata” bedeutet “Vater der Äpfel” und auf dem Kök Töbe befindet sich gleich am Eingang ein Apfeldenkmal. Das ist ein viel besseres und landestypischeres Motiv für ein Urlaubsfoto.

Das obligatorische Foto am Apfel-Denkmal in Almaty. (Quelle: Ruti)

 Glühwein? Nein danke

Für einen ersten Eindruck von Almaty ist Kök Töbe ein guter Ort. Der Freizeitpark ist zwar nicht berauschend, aber das Apfeldenkmal ist cool und man hat einen guten Blick über die Stadt. Von dort aus konnten wir schon einige Sehenswürdigkeiten erkennen. Allerdings ist die Sicht ziemlich eingeschränkt, weil über der Stadt eine mächtige Dunstglocke aus Smog hängt.

Eine Sehenswürdigkeit in Almaty, die man nicht suchen muss: der Smog. (Quelle: Ruti)

Bevor wir wieder in die Gondel gestiegen sind, legten wir noch ein Päuschen in einem der Restaurants/Biergärten ein. Auf der Verkaufshütte war ein großes Schild mit der Aufschrift “Glühwein” angebracht. Bei knapp 25 Grad war mir ein Bierchen aber lieber.

Glühwein in Kasachstan (Quelle: Ruti)

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