Vorzüglicher Kaiserhummer im Restaurant Humarhöfnin in Höfn (Foto: ruti)

Zwergwal, Brennivin, Kaiserhummer – Essen und Trinken auf Island

Ruti Essen und Trinken, Essensgalerien, Island, Storys 2 Comments

Essen und Trinken auf Island ist nicht billig. Die Speisen kosten mehr als in Deutschland, aber die Eisinsel ist allgemein auch kostspieliger als Good ol’ Germany und die Qualität ist durchweg sehr gut. Selbst in Tankstellen kann man ordentlich essen.

Kochen mit Erdwärme (Foto: ruti)

Island ist wie ein anderer Planet. Überall dampft und qualmt es. In Hveragerði ist die Erdkruste besonders dünn. Hier wird die Erdwärme für Gewächshäuser zum Anbau aller möglichen Früchte genutzt. Außerdem wird Erdwärme auch zum Kochen verwendet.

Im Folgenden stelle ich einige Gerichte und Getränke der Eisinsel vor.

Essen


Kaiserhummer


Ruti freut sich aufs Essen. (Foto: ruti)

Beginnen möchte ich mit einem absoluten Highlight:

Ganz im Osten Islands im Hafenstädtchen Höfn gibt es ein Restaurant namens “Humarhöfnin” (zur Website). Seine Spezialität ist der sogenannte Kaisergranat. Das ist in etwa sowas wie ein Hummer. Im Humarhöfnin wird er zelebriert. Falls Du jemals nach Höfn kommst, musst Du im Humarhöfnin speisen. Das Essen ist wirklich außerordentlich vorzüglich, um mich zurückhaltend auszudrücken. Für zwei Personen solltest Du aber einen Hunderter in der Tasche haben.

Vorzüglicher Kaiserhummer im Restaurant Humarhöfnin in Höfn (Foto: ruti)

Anleitung - so isst man einen Kaiserhummer. (Foto: ruti)

Weil es die meisten Menschen doch nicht täglich machen, gibts eine Anleitung, wie man Hummer am besten isst.

Zwergwal


Auf Island muss man nicht lange suchen, um Zwergwal auf der Speisekarte zu finden. Das kommt einem als Mitteleuropäer schon komisch vor. Weil die Waljagd geächtet ist, hatte das Gericht auf mich den Reiz des Illegalen. Zwischendurch hatte ich auch überlegt, ob der Zwergwal vielleicht ausgenommen ist aus dem Walfangverbot – das vor allem, weil Island offen damit umgeht. Wal ist dort kein Essen, dass man nur unter der Theke kriegt. Nach einigen Recherchen weiß ich aber, dass Island für die Jagd von Finn- und Zwergwalen scharf kritisiert wird.

Schlussendlich habe ich dann doch Wal gegessen. Mein Zwergwal wurde als Steak serviert und war von der Konsistenz her wie Fleisch, hat aber nach Leber geschmeckt.

Zwergwal-Steak (Foto:ruti)

Arktischer Saibling


Arktischer Saibling (Foto: ruti)

Der arktische Saibling ist eine Spezialität der Insel. Im Sommer leben große Mengen in den Flüssen. Island ist einer der größten Erzeuger des leckeren Fischs. Man findet ihn dort fast auf jeder Speisekarte. Den arktischen Saibling gibt es von kalt bis heiß in den verschiedensten Zubereitungsvariationen.

Arktischen Saibling gibt es in verschiedenen Arten. Hier als Vorspeise-Zweierlei. (Foto: ruti)

Arktischen Saibling als Vorspeise-Zweierlei.

Arktischer Saibling (Foto: ruti)

Isländischer Schafskäse

Gebackener Schafskäse im Humarhöfnin (Foto: ruti)

Gebackener Schafskäse im Humarhöfnin

Island produziert eigenen Schafskäse. Mir kam es so vor, als wäre er deutlich cremiger als bei uns. Vielleicht sind die Schafe dort glücklicher, vielleicht habe ich mir das aber auch eingebildet.

Hákarl

Nach meinem Trip haben mich häufig Leute gefragt, ob ich den berühmten verfaulten, fermentierten Hai gegessen habe. Dazu muss ich leider sagen: Das habe ich verpasst. Ich habe irgendwie erst nach meinem Urlaub davon erfahren. Als Liebhaber von landesspezifischen Besonderheiten ist Hákarl aber wohl ein Muss – für mich beim nächsten Mal.

Donuts

2015 hat der erste Laden der amerikanischen Kette “Dunkin’ Donuts” auf Island eröffnet und hunderte Menschen standen Schlange. Denn es ist schon etwas Besonderes, wenn man es nach Island schafft. Einen “Taco Bell” gibts auch, McDonald’s überraschenderweise nicht mehr.

Island hatte aber auch schon vorher leckere Donuts. In Reykjavik gabs herzhaft-überbackene zum Frühstück:

Schinken-Käse-Bagel in Reykjavik (Foto: ruti)

Gans

So bewusst und klischeehaft wie auf Island hatte ich niemals zuvor Gänse gesehen. Es gab viele und es hatte was von *Nils Holgersson. Auf der Speisekarte findet man sie allerdings auch.

Gänseleber-Pastete auf Island (Foto: ruti)

Gänseleber-Pastete


Getränke


Island hat seine eigenen Biere und seine eigenen Schnäpse. Und trotz der Kälte haben sich die Einheimischen was einfallen lassen, um sein Kaltgetränk draußen genießen zu können.

Gull-Bier im Hot Tub (Foto: ruti)

Im Hot Tub lässt es sich auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aushalten.


Auch in der berühmten Blue Lagoon kann man im Wasser Bier (und anderes) trinken.

Feiern in Reykjavik


Hinweis an der Scheibe der Lebowski Bar. (Foto: ruti)

Hinweis an der Scheibe der Lebowski Bar. 

Reykjavik ist eine Hipsterstadt. Nicht sehr groß, aber ziemlich cool. Auf einigen wenigen Straßen gibt es jede Menge Bars in verschiedensten Stilen. Dort kann man viel Alkohol in sich reinschütten. In den Clubs hatte ich auch ordentlich Spaß – nicht zuletzt auch wegen der isländischen Schönheiten. Und als ich rauskam mitten in der Nacht, war es hell, was meinen besoffenen Kopf total verwirrt hat.

Brennivin

Brennivin - "der schwarze Tod" (Foto: ruti)

“Der schwarze Tod”, wie Brennivin auch genannt wird, ist der bekannteste isländische Schnaps.

Es ist eine Art Wodka mit Kümmelgeschmack. Lecker ist anders und nach drei, vier Shots war mir bereits ein wenig schwindelig. Ich trau dem Zeug nicht. Wieso hat das so einen komischen Spitznamen, frage ich mich. In jedem Fall aber ist Brennivin ein Muss für jeden Touristen und ein schönes Souvenir.

Bier

Als wir auf Island gelandet sind, wunderten wir uns, warum es im Flughafen-Shop zu ging, wie beim Winterschlussverkauf. Die Leute kauften Alkohol, viel Alkohol. Aus Gruppenzwang haben wir dann einfach auch einfach mal zwei Stiegen Bier gekauft. Wie sich heraustellte, war das ne Spitzenidee. Bier ist auf Island teuer und so sparten wir ordentlich Geld. Und Anfang Mai wurde es im Auto wurde auch immer gut gekühlt.

Gull-Bier (Foto: ruti)

Island hat mehrere eigene Brauereien. Gull, Egils Pilsener, Viking und Thule sind meiner Erfahrung nach die geläufigsten Biere. Ich fand Vatnajökull, benannt nach Islands größtem Gletscher, am coolsten. die Flasche ist im Eis-Style gehalten mit dem Schriftzug “Frozen in Time”.

Opal


Opal Schnaps (Foto: ruti)

Wenn man von dem herben Brennivin genug hat, kann man sich mal an Opal wagen. Die Flasche hat ein cooles Etikett im Austin-Powers-Look. Den Geschmack würde ich mit Zahnpasta vergleichen. Freunde von mir meinten, es schmecke wie ein flüssiges Wick-Halsbonbon. Ich finde, der Geschmack passt irgendwie zu Iceland.


Comments 2

  1. Antje

    Ich habe mich gerade auf deinem Blog festgelesen! Ich finde ihn super – sehr gelungen!!! Hätte ich gewusst, dass du in Island warst, hätte ich dich am Sonntag gleich ausgequetscht! Das steht nämlich ganz oben auf meiner Wunschliste!

    1. Post
      Author
      Ruti

      Danke Für die Blumen. Und Island steht zu Recht oben auf Deiner Liste. Ich fand es so gut dort, dass ich in diesem Jahr wieder hin will – im Sommer diesmal. Wenn Du Fragen hast, stehe ich gerne zur Verfügung.

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