Buddha und ich blicken von Varkala in Indien aus in die unendliche Weite der See. (Foto: Ruti)

Indien – Infos und Beiträge

Indien ist ein gigantisches Land. Mit einer Fläche von 3,3 Millionen km² ist es knapp 10 Mal größer als Deutschland. Den Subkontinent im Süden Asiens kann auch der geografisch Unbegabteste auf der Karte zeigen.

Überbevölkerung


Obwohl das Land so riesig ist, hat es mit einer starken Überbevölkerung zu kämpfen. Nur China hat mehr Einwohner – und auch das Reich der Mitte wird von Indien wohl in einigen Jahren überholt werden.

Die Masse an Menschen ist auch das erste, was ich bemerkt habe, als sich die Flughafentür vor mir geöffnet hatte und mir unfassbar viele Leute gegenüberstanden.

Bürokratie


Genau genommen war die Überbevölkerung das zweite typisch indische, was mir dort begegnete. Das erste war die Bürokratie. Wenn man aus dem Flugzeug aussteigt, muss man erst einmal vier Zettel ausfüllen und die dann an verschiedenen Stellen vorzeigen. Auch an anderen Schaltern ist man diesem zeitraubenden und veralteten Phänomen ausgesetzt. Diese Bürokratie haben die Inder jedoch nicht erfunden, sondern den Briten zu verdanken.

Indien Placeholder
Indien

Infos


  • Parlamentarische Demokratie
  • Größte Demokratie der Welt
  • etwa 1,2 Milliarden Einwohner
  • Hauptstadt: Delhi (16,3 Millionen Einwohner)
  • Größte Stadt: Mumbai (18,5 Millionen Einwohner)
  • Fläche knapp 10 Mal so groß wie Deutschland
  • Amtssprache: Hindi & Englisch
  • Währung: Rupie
  • 100 Jahre zum British Empire gehört
  • Zweitgrößter Kaffeeproduzent der Welt
  • Zweitgrößter Weizenproduzent der Welt
  • In keinem Land leben mehr Rinder
  • Grenzen: im Norden an China und Nepal, im Nordwesten an Pakistan, im Westen an das Arabische Meer, im Nordosten an Bangladesh und Bhutan, im Osten an Myanmar und den Golf von Bengalen und im Süden an den Indischen Ozean mit Sri Lanka als vorgelagerter Insel

British Empire


Das britische Empire hatte von 1858 bis 1947 die Kolonialherrschaft über Indien inne. Und die Engländer haben nicht nur die Bürokratie hinterlassen, sondern auch ihre Sprache. In Indien gibt es über 100 verschiedene Sprachen. Englisch hat sich aber während der Kolonialzeit etabliert und ist bis heute Amts- und Geschäftssprache in Indien, was als Tourist sehr angenehm ist. In anderen südasiatischen Ländern sprechen viel weniger Menschen Englisch. Ein lustiger Sidefact ist, dass die Inder einige veraltete englische Floskeln benutzen (z.B.: “What is your good name?”).

Daneben lernen die Inder noch Hindi als zweite Amtssprache. Jeder, der Germanistik studiert hat, weiß, dass Hindi und Deutsch den gleichen indogermanischen Sprachstamm hat. Genau genommen fand man irgendwann heraus, dass Sanskrit, Latein und Griechisch, also unsere Sprachwurzeln, diesen gemeinsamen Ursprung haben.

Wichtig, vor allem für Touristen, ist auch die indische Eisenbahn, die ebenfalls die Briten hinterlassen haben. Die Eisenbahn ist einer der bedeutendsten Teile, die das zersplitterte Land einte. Die Briten zerstörten aber auch viele traditionelle Strukturen.

Als Indien nach dem zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit erlangte, entstanden daraus auch Pakistan, Bangladesh und Myanmar. Mit Pakistan herrscht seit 50 Jahren ein Streit um das Gebiet Kaschmir. Beide Parteien sind Atommächte und zu allem Überfluss mischt China da auch noch mit.

Da, wo der Pfeffer wächst


Als ich ein Kind war, wusste ich von Indien nicht viel. Das “Dschungelbuch” kannte ich natürlich und den indischen Tiger – und weil einer meiner Lieblingsfilme “Lolek und Bolek – in 80 Tagen um die Welt” (hier ansehen) war, war es für mich auch das Land, wo der Pfeffer wächst. Ich habe den Film oft gesehen und jedes Mal, wenn jemand das Wort “Indien” ausspricht, schießt mir deshalb noch heute der Satz “da, wo der Pfeffer wächst” durch den Kopf.

Tatsächlich stammt die Pfefferpflanze ursprünglich aus Indien. Größter Produzent des scharfen Gewürzes ist heute aber Vietnam.

Yoga, Vegetarier, Marihuana


Indien hat so viel zu bieten, dass ich hier nur einige Punkte anschneiden kann. Zu nennen sind die Religionen Buddhismus und Hinduismus und auch Yoga und der weit verbreitete Vegetarismus. Alles Dinge, die viele Westler faszinieren und vor allem in der Hippie-Kultur Anklang fanden. Wenn man durch Indien reist, sieht man oft Menschen, die Kopfstände am Strand machen. Dass man in Indien relativ frei kiffen kann, kommt auch ganz gut an.

Eine Reise nach Indien ist faszinierend und verstörend zu gleich. Obwohl das Land einen so starken europäischen Einfluss hat, ist vieles so ganz und gar anders. So wie die Inder viele unserer Gewohnheiten nicht verstehen, ist es auch umgekehrt.

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