Die Akropolis (Foto: ruti)

Griechenland – Infos und Beiträge

Griechenland – Europas erste Hochkultur hat allein schon wegen seiner historischen Leistungen große Bedeutung für jeden Europäer.

Homer und Polis


Die griechische Antike begann 800 v. Chr. In die Frühzeit der Epoche fällt der Schriftsteller Homer. Er lieferte uns mit den Dichtungen des trojanischen Krieges (Ilias) und der Odyssee Göttergeschichten, die bis heute nichts an ihrer Faszination verloren haben. Hollywood bedient sich ihrer immer wieder.

Außerdem bildeten sich die ersten Stadtstaaten, auf griechisch Polis, deren berühmteste Vertreter Athen und Sparta waren. Die Stärke der Spartaner ist legendär und deren einfacher Lebensstil sprichwörtlich.

Die Olympischen Spiele


In dieser Zeit erfanden die Griechen auch die Olympischen Spiele, die damals sehr viel härter waren und sehr viel weniger Disziplinen hatten. Der Sieger war meistens der einzige Überlebende – ein bisschen wie bei den “Hunger Games”.

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Griechenland

Infos


  • Repräsentative Demokratie
  • etwa 11 Millionen Einwohner
  • Hauptstadt: Athen (665.000 Einwohner)
  • Fläche etwa zweimal so groß wie Bayern
  • Amtssprache: Griechisch
  • Währung: Euro
  • Mitglied der Europäischen Union
  • Weltreich in der Antike
  • Begründer der Olympischen Spiele
  • Wiege der Demokratie
  • Über 3000 Inseln
  • Grenzen: im Nordwesten an Albanien, im Norden an Mazedonien und Bulgarien, im Osten an die Türkei und im Süden und Westen an das Mittelmeer

Der Marathonlauf war keine Disziplin der antiken Olympischen Spiele. Er wurde erst mit der Entstehung der modernen Spiele geschaffen. Dennoch ist seine Entstehung mit Griechenland verknüpft. Der Legende nach lief der Bote Pheidippides in voller Rüstung von Athen nach Marathon. Dort verkündete er den Sieg über die Perser und fiel daraufhin tot um. Die Strecke zwischen Athen und Marathon beträgt ungefähr 42,195 Kilometer. Das ist heute die offizielle Distanz eines Marathons.

Weltreich unter Alexander


In den Stadtstaaten wurden durch den Staatsmann Solon auch die Grundsteine der Demokratie gelegt, weshalb Griechenland auch die Wiege der Demokratie genannt wird.

Später dehnte sich das griechische Reich immer weiter aus. Unter Alexander dem Großen reichte es bis nach Indien. Das war damals nahezu die komplette bekannte Welt – heute würde es sich über 25 Staaten erstrecken.

Gelehrte wie Sand in der Ägäis


Die griechische Antike brachte viele bedeutende Gelehrte hervor, die bis heute bekannt sind:

Hippokrat, der wichtigste Arzt der Antike. Er gilt als Begründer der Medizin. Nach ihm ist der Ehrenkodex der Ärzte, der hippokratische Eid benannt, der die Ethik des Berufstandes immer noch bestimmt.

Auch unser Zeichen an den Apotheken ist griechisch. Der Stab, um den sich eine Schlange windet, ist der des Äskulap, seines Zeichens Gott der Heilkunde.

Ein weiterer Begründer ist Herodot. Er verfasste bedeutende Schriften über die Perserkriege und gilt als Vater des Geschichtsschreibung.

Auch Grundsätze der Mathematik brachten uns die Griechen. Einer der berühmtesten ist sicher Pythagoras, dessen ”Satz” heute jedem halbwegs gebildeten Erdenbewohner etwas sagt.

In der Philosophie waren die Griechen ebenfalls wegweisend. Sokrates mit seinem Schüler Platon und dessen Schüler Aristoteles oder der Physiker und Mathematiker Archimedes sind einige der wichtigsten Vertreter.

Die Reihe berühmter Griechen der Antike ließe sich noch lange weiter fortführen. Ich will mit den Beispielen nur die Bedeutung der griechischen Antike unterstreichen.

Unabhängigkeit und König Otto


Wie jedes große Reich ging auch die griechische Weltmacht irgendwann unter. 145 v. Chr. wurde sie in das Römische Reich, das viel von der Kultur Griechenlands übernahm, eingegliedert.

Von nun an sollten die Römer das Sagen in Europa haben und Griechenland erst 2000 Jahre später, als die Osmanen zurückgedrängt wurden, wieder seine Unabhängigkeit erlangen (1830). Der erste König wurde ein Deutscher: Otto von Bayern.

Euro-Konflikt


Heute ist Griechenland Mitglied der Europäischen und der Währungsunion. Geldprobleme des Staates schrieben jüngst große Schlagzeilen. Es war sogar vom Ausstieg aus der EU die Rede. Das Wort “Grexit” stand plakativ dafür.

Die Medien bauschten die politischen Streitigkeiten zu einem Konflikt mit vielen Vorurteilen zwischen Griechen und Deutschen auf.

Deutsche sollten sich jedoch nicht scheuen, nach Griechenland zu fahren. Ich war in dieser Zeit dort und wurde nie angefeindet, sondern stets freundlich willkommen geheißen.

Griechenland ist nicht umsonst ein Toursitenmagnet. Denn es erlaubt uns Einblicke in die faszinierende Jahrtausende alte Kultur, auf die unsere eigene aufbaut und gleichzeitig dürfen wir an geilen Stränden rumhängen, lecker Gyros essen und uns mit griechischem Wein betrinken. Im Austausch tragen wir etwas zur Völkerverständigung bei und greifen dem klammen Staat ein wenig unter die Arme.

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