Montage aus Ruti in Myanmar und Teufel aus dem Museum in Kaunas (Foto: Ruti)

Der Dämon lässt sich nicht so einfach ficken oder was aus der Weltreise wurde

Ruti Reisephilosophie, Storys, Weltreise 5 Comments

11Monate ist es nun her. Da hatte ich den Artikel “Fick dich, Dämon! – Der Grund für meine Weltreise” geschrieben. Über keinen anderen Beitrag musste ich so viel diskutieren und mich kritisieren lassen. Damals stand ich kurz vor dem Aufbruch zu meiner Weltreise. Fortreisen wollte ich, einmal um den Globus, und lange nicht mehr zurückkehren.

Seitdem hat sich einiges verändert. Zeit zu berichten, was aus meiner Reise geworden ist, warum ich wieder in Deutschland weile, während ich diese Zeilen schreibe, und wieso der Dämon cleverer ist, als ich dachte.

Als musikalische Untermalung der Lektüre habe ich folgendes Liedchen rausgesucht:

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Aufbruch und Reise nach China

Zunächst lief alles nach Plan. Ich war am 3. April in Frankfurt in den Zug gestiegen und habe es mit Bus, Bahn und Schiff (auf Flüge wollte ich verzichten) innerhalb von 3 Monaten bis nach China geschafft (Bericht: von Deutschland nach China ohne Flug).

Doch nach einer Woche im Reich der Mitte musste ich umdisponieren. Bei der Besichtigung eines Höhlentempels in Datong knickte ich blöd um und schrottete mir den Fuß (mehr dazu hier). Um wieder auf die Beine zu kommen, musste ich erstmal kürzer treten (Video: Erste Schritte ohne Krücken).

Entscheidung fürs Fliegen und 1. Besuch in Deutschland

So richtig aus dem Ruder lief die Weltreise aber erst, als ich mich entschied, doch Flugzeuge zu nutzen. Die Gründe dafür habe ich hier erläutert.

Und da ich eh schon flog (und weil mir in Myanmar ins Gewissen geredet worden war), konnte ich auch zur Hochzeit eines besten Freundes gehen, für die ich eigentlich abgesagt hatte. Also flog ich von Yangon über Bangkok zurück nach Deutschland. Damit betrat ich bereits nach 5 Monaten wieder heimischen Boden.

Zurück nach Moskau

Lange blieb ich aber nicht. Nach der Hochzeit brach ich direkt wieder auf. Allerdings ging ich nicht zurück nach Ostasien, sondern erneut nach Moskau. Denn dort war auf dem Weg nach China eine alte Liebe (hier die Geschichte des 1. Good Byes) wiederentflammt. Und da ich nun eh schon in Europa war, bot sich ein kurzer Abstecher nach Moskau ja geradezu an. Aus dem kurzen Abstecher wurde 1 Monat (mehr dazu hier).

Zurück auf Kurs, aber nur kurz

Nach diesem Monat bin ich wieder nach Asien geflogen: HongKong (mehr dazu hier), Macau (mehr dazu hier), erneut China, Laos, Kuala Lumpur und Sri Lanka hießen die nächsten Stationen.

Eigentlich war ich nun wieder auf Kurs um die Welt. Doch der Dämon der Liebe ließ nicht ab von mir. Er zwingt mich zurück. Deshalb werde ich im Januar zum 3. Mal nach Russland gehen, dieses Mal für 3 Monate, mindestens – wenn nicht wieder was dazwischen kommt.

Dafür brauche ich ein anderes Visum und warme Klamotten. Das ist der Grund, warum ich wieder in Deutschland bin.

Zum Skifahren in die Schweiz

Auch dieser erneute Besuch in Europa soll nicht ungenutzt bleiben. Bevor ich nach Moskau fliege, gehe ich noch kurz Skifahren in der Schweiz – okay, auch da hat der Dämon seine Finger im Spiel, denn die Lady ist auch dabei.

Vorsätze contra Fick dich

Wie es nach Russland weitergeht, weiß ich noch nicht. ‘Weiter um den Globus’ steht nach wie vor am Horizont, aber zugegebenermaßen ist von meinen ursprünglichen Plänen nicht mehr viel übrig.

Zunächst haderte ich bei Plan- bzw. Grundsatzänderungen meiner Reise mit mir selbst. Denn einen gewissen Erwartungsdruck gibt es – von mir selbst als auch von außen: Als ich geschrieben habe, dass ich nun doch auch mit dem Flugzeug reise, kommentierte ein Kumpel: “Schöner Text vom Scheitern” und nun, da ich erneut in Deutschland bin und erneut nach Russland gehen werde, kam die Frage, ob ich mich überhaupt noch auf einer Weltreise sehe oder ob das vorbei sei. Ein Dritter meinte: “Wehe, Du kommst nie in Südamerika an.”

Der Rechtfertigungsabschnitt

Ich mache die Weltreise zwar nicht mehr in eine Richtung, aber ich bin immer noch unterwegs. Deutschland ist nur eine weitere Station. Aus einem Weltreisenden wurde ein Weltenbummler, könnte man sagen.

Und gerade möchte ich viel lieber dem Liebesdämon folgen und bei meinem Mädchen sein, als am anderen Ende der Welt. Zudem ergibt sich dadurch für mich die Möglichkeit, mal ein paar Monate in Moskau, einer ziemlich geilen Stadt, zu leben. Das ist bestimmt keine schlechte Erfahrung. Und ich lerne eine neue Sprache. Schaden kann das wohl nicht.

Wer fickt hier eigentlich wen?

Eigentlich wollte ich diesen Text mit den Worten beschließen, dass ich die absolute Freiheit habe, zu tun, was immer mir beliebt, mich mein Gelaber von gestern einen Dreck schert und dass ich den Dämon eben so ficke, wie ich will. Aber vielleicht sollte ich mich angesichts des Liebesdämons vielmehr fragen, wer hier eigentlich wen fickt.

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