Der Rutinator in Saalbach (Quelle: ruti)

Der alte Mann und der Schnee

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Klein Ruti war 2014 zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder Skifahren. Nach anfänglich größeren Bedenken war die Woche im österreichischen Saalbach-Hinterglemm eine großartige Entscheidung – und das nicht nur, weil ich sie mit einer heißen Schnitte verbracht habe – gefühlt war ich der geilste Fahrer auf den Pisten.

Allerdings musste ich auch feststellen, dass sich mein Alter langsam bemerkbar macht und mein Körper seit den Zeiten von Klein Ruti ein wenig anfälliger geworden ist.

Füße nerven

Nach so langer Zeit der Ski-Abstinenz hatte ich große Sorgen, dass ich mich gar nicht mehr auf den Brettern halten kann. Jeder, dem ich das vorab erzählte, sagte mir aber, dass Skifahren wie Fahrradfahren sei. Das könne man gar nicht verlernen. Zum Glück war das wirklich so, ich hatte das ziemlich schnell wieder drauf.

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Die Strapazen habe ich früher allerdings deutlich besser verkraftet. Damit meine ich vor allem die Skischuhe. Ich hatte mir welche geliehen. Kaum zehn Minuten nach dem Anziehen stellten sich beim Stehen bereits ziemliche Schmerzen im Außenbereich meiner Füße ein. Beim Fahren ging es noch. Dumm war nur, dass ich an einem Skikurs teilnahm, wo wir ziemlich viel mit Warten verbrachten. Ich beschäftigte mich dann meist damit, wie ich meine Füße am besten Entlasten kann: Schuhe auf, Schuhe zu, Ski hochstellen vorn, dehnen, Ski hochstellen hinten, hinsetzen, rumheulen etc.

Übermut tut selten gut

Trotz der Schmerzen quälte ich mich die ersten zwei Tage in diesen Schuhen, bis ich mich dann doch zu einem Tausch entschied. Der Fachmann gab mir etwas breitere Exemplare, woraufhin die Schmerzen sofort weg waren.

Nun schmerzfrei und begeistert von meinem fahrerischen Fortschritt machte sich Übermut in mir breit. Als mein Skilehrer über eine Rampe sprang, wählte meine Begleitung respektvoll (und weise, wie sich heraustellen sollte) eine andere Linie. Ich wollte natürlich den Dicken machen und folgte ihm.

Im Tiefschnee zerlegt

Während er easy landete und im Tiefschnee elegant abdrehte, um wieder auf die Piste zu kommen, zerlegte es mich nach der Landung komplett. Die Skier flogen weg, ich vollführte einige bestimmt sehr ansehnliche Überschläge und schlug mit dem Kopf auf. Das war das einzige Mal, wo ich den verhassten Helm mal gebraucht habe.

Ich benötigte zwar zehn Minuten, um die Orientierung wieder zu finden und meine Skier wieder zusammen zu sammeln, passiert ist aber nichts weiter – naja außer, dass ich von da an den Rest der Woche Nackenschmerzen hatte. Und ich wusste jetzt, warum er der Skilehrer war und ich nicht.

Immer wieder neue Probleme

Am dritten Tag machten sich dann die ersten Verschleißerscheinungen bemerkbar. Ich spürte die Belastung in meinen alten Knien schon im Bett deutlich. Außerdem bekam ich im Laufe des Tages immer schlimmere Schmerzen im linken Schienbein. Irgendwie hatte ich mir hatte eine fette Druckstelle zugezogen. Keine Ahnung, wie ich das hinbekommen habe.

Am nächsten Tag war das so schlimm, dass ich in den Skischuhen kaum noch laufen konnte. Ich kaufte mir für schlappe 30 Euro Gelkissen, die extra für solche Druckstellen gemacht sind. Schmerzen hatte ich trotzdem.

Die Schmerzen sind es wert

Pausieren kam aber überhaupt nicht in Frage. Acht Stunden pro Tag wird gefälligst Ski gefahren, sagte ich mir. Also pfiff ich mir die restlichen Tage Schmerztabletten rein, die mich über den Tag brachten. Während ich die Rechtskurven genoss, litt ich bei denen nach links.

Als ich am letzten Tag die Skischuhe auszog, war mein linkes Bein ganz schön geschwollen und gerötet. Immerhin gab es ein wenig Mitleid von meiner Zimmergenossin.

Nach 20 Jahren Abwesenheit von den Skipisten bin ich in Österreich wieder total angefixt worden. Die Fuß-, Nacken- Knie- und Schienbeinschmerzen waren es auf jeden Fall wert. Und wehe, es sagt einer, ich sei alt.

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